Farewell Sebastian aka Schrippe

schrippe lebt nicht mehr.

ich kann es nicht fassen.

studium erfolgreichst abgeschlossen.

stipendium für die promotion war durch.

für sein fach war er immer begeistert.

krisenhaftes geschehen war nicht sichtbar.

ob fremd- oder selbstverschulden vorliegt,ist noch nicht geklärt

– die polizei hat erst vor ein paar stunden den schwarzen plastiksack aus der wohnung getragen.

er hinterlässt eine mama,einen bruder, einen neffen/eine nichte und einen arsch voll viele ratlose freunde.

ich kann nur heulen ……..

r.i.p.

Kondolenzblog
nachruf von zettel
nachruf von regina aus köln

14 Comments

  1. Posted Januar 4, 2008 at 2:26 pm | Permalink

    Es ist unfaßbar.

    Ich habe noch vor ein paar Tagen eine Mail von ihm bekommen, in der er optimistisch ankündigte, was er im Neuen Jahr alles vorhat, “ … im neuen Jahr
    wieder ein paar Artikel, Vorträge und eine Broschüre für den PV. Die Diss gedeiht inzwischen auch. So darf es ruhig weitergehen.“

    Es ist nicht weitergegangen. Etwas stimmt nicht mit einer Welt, in der so etwas möglich ist.

    Mein Mitgefühl gilt seiner Mutter, von der er oft gesprochen und die er wohl sehr geliebt hat.

  2. ww7 (webwatch)
    Posted Januar 4, 2008 at 4:59 pm | Permalink

    Ein absoluter K.O.-Schlag und kaum zu glauben. Trotz mancher Differenzen im Forenleben war er aus meiner Sicht einer von den Guten. Es ist immer eine ganz besondere Tragödie, wenn Menschen so lange vor der Zeit abberufen werden. Er hinterläßt auch „virtuell“ eine nicht zu schließende Lücke.
    Mein Beileid gehört seinen Angehörigen. Ich werde ihn immer in Erinnerung behalten als einen wachen Geist, mit dem es Spaß machte, zu diskutieren.

  3. Sacco
    Posted Januar 4, 2008 at 5:23 pm | Permalink

    Er schrieb mir noch am 24.12 eine Mail, war voller Pläne, erwähnte seine Mitarbeit am Berliner Apo-Archiv. Ich wollte ihn dieses Jahr besuchen.
    Auf ihn trifft zu:die Besten gehen zuerst.

    Sacco

  4. Posted Januar 4, 2008 at 5:38 pm | Permalink

    Seine Mutter – ich fühle mit seiner Mutter. Ich weiß, wie es sich anfühlt, einen Sohn zu verlieren.

    Bitte sagen Sie Sebastians Mutter, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, daß ich ihren Sohn kannte. Ich werde ihr nach Ablauf von ein, zwei Wochen schreiben. – Meine Gedanken sind heute auch bei Sebastian.

  5. Sparrowhawk
    Posted Januar 4, 2008 at 8:17 pm | Permalink

    Das allerdings ist ein Schock gleich zu Jahresanfang. Mein Beileid an und viel Kraft für alle Hinterbliebenen.

    Schrippe, du warst ein im positiven Sinn verrückter Kerl *an ein gewisses Clubtreffen zur Jahrtausenwende denken muss, aber auch an viele Mailwechel*, aber auch schon in jungen Jahren ein vernünftiger, nachdenklicher Mensch. Mögest du dort, wo du nun bist, unendliche Yerba-Wälder für eine sntsprechend große Matetee-Ernte haben.

    Ein letztes MUHAHAHAHAHAHAHA (Insider!) entbietet dir in unbekannte Gefilde,

    Sparrowhawk

  6. Posted Januar 4, 2008 at 9:58 pm | Permalink

    eine beachtliche zahl von erinnerungen und einlassungen sammelt sich hier,mir hilft das ungemein,mit der trauer über den plötzlichen verlust eben nicht alleine dazusitzen.danke an alle ! —————————————-

    ich habe schrippe in 2000 im feld der neuen sozialen bewegungen kennen gelernt. in die vereine, in denen es undemokratisch zuging, haben wir konzertiert,aber mit unterschiedlichen mitteln,reingehauen. die radikalen sekten sind dann eingegangen wie primeln ohne wasser.

    später haben wir unnterschiedliche felder bestellt – er war eher an den rechtsradikalen rändern auf der pirsch,ich habe das nur teilweise begleitet,wo es um querfront von rechts nach links ging. mein interessengebiet waren seit 2004 eher die ddr-dissidenz und die verhältnisse in der frühen wendezeit.
    ich war immer auch kulturwissenschaftlich interessiert und schrippe hat sein fachgebiet bis zur perfektion erschlossen – das war mehr als eine inhaltliche fusionierung von einzelerkenntnissen. unsere treffen waren immer im geistreichem, respektvollen austausch geprägt.
    im april 2005 schrieb schrippe in einer buchnotiz zum „jahrbuchs für extremismus&demokratie 2004“ folgende zeilen an mich:
    „für zuppi,ohne dessen unzählige anregungen ich wahrscheinlich längst an intellektueller verödung eingegangen wäre!“
    jetzt werde ich wohl meiner geistigen und sozialen verödung entgegenwirken müssen,ohne schrippe wird das noch viel schwerer als ohnehin schon.
    natürlich ist der schmerz und das leid für die familie von schrippe unvortellbar grösser,und mein hauptsächliches mitgefühl ist mit der mutter und dem bruder,die gerade durch die hölle gehen müssen.
    ich werde alleine in diesem neuen jahrtausend bald den dritten freund zu grabe begleitet haben,das war für mich zuletzt in den späten 80igern der fall.

    ps: ich überlege,ob dieser log als kondolenzblog für schrippe extra veröffentlicht werden sollte.ich würde mich über ein feedback der (bisherigen) leser und kommentatorInnen sehr freuen – zusäztliches material in bild,text oder ton eingeschlossen.

    aus dem jammertal
    zuppi

  7. ww7 (webwatch)
    Posted Januar 4, 2008 at 10:59 pm | Permalink

    @zuppi

    Da Schrippe für uns Foranten ausschließlich oder überwiegend eine Netzpersönlichkeit war, finde ich grundsätzlich virtuelle Ausdrucksmöglichkeiten angemessen, will sagen, eine Website oder ein „Schrippe-Blog“ wäre eine gute Sache, wenn Du Dich dazu in der Lage siehst, das Projekt zu verwirklichen.

    Soweit es mich betrifft, habe ich ihm eine über Jahre währende Gastfreundschaft in seinem Forum zu danken. Das vergesse ich nicht, selbst wenn sich am Ende die Wege in einer aufgeheizten Forendebatte trennten (ich hab es gewollt und provoziert wie Hans Pfeiffer seinen Rauswurf aus der „Penne“).

    Es besteht aber über ein virtuelles Handeln hinaus die Bereitschaft, seinen Hinterbliebenen eine der traditionellen Trauerbotschaften zu übermitteln. Ob hierfür eine Kranzspende geeignet ist oder beispielsweise eine Zuwendung an einen ihm besonders am Herzen liegenden Verein, kannst Du sicherlich besser beurteilen als ich.

    Jedenfalls weiß ich sicher, daß einige Leute aus „seinem“ Internetumfeld gerne eine diesbezügliche Aktivität Deinerseits unterstützen würden.

    ww7

  8. Pedron
    Posted Januar 4, 2008 at 11:29 pm | Permalink

    „Unfaßbar, unbegreiflich“,
    mehr fällt mir nicht ein. Das solch ein Mensch so früh von uns gehen muß, das darf einfach nicht sein.
    Wir haben uns im richtigen Leben leider nur einige Male getroffen und sonst per ICQ regelmäßig Kontakt gehalten. Ich kam jedoch schnell zu der Überzeugung das Sebastian ein außergewöhnlicher Mensch ist. Solch einen vom ganzen Wesen herzlichst freundlichen, aufgeschlossenen und ausgeglichenen Menschen gibt es nur ganz selten auf der Welt. Ein hochintelligenter Geist, von dem ich immer vermutete das er in der Zukunft zu großen Leistungen in der Lage wäre und mit dem Gespräche ein Vergnügen waren. Die vielen Pläne und Ideen die er für die Zukunft hatte, ein Jammer das er sie nicht mehr verwirklichen kann. Doch leider trifft es immer wieder die besten von uns zuerst. Ich kann mir nicht vorstellen das es für eine Familie schlimmeres geben kann und möchte den Angehörigen mein tiefempfundenes Beileid und Mitgefühl ausprechen.
    niedergeschlagen
    Pedron

  9. Posted Januar 5, 2008 at 5:43 am | Permalink

    ich habe ein extra weblog für schrippe eingerichtet: http://schrippe.wordpress.com/
    kondolieren,erinnern,verabschieden sind nun in einem anderen rahmen möglich.
    ahoi
    zuppi

  10. Schrippes Mutti
    Posted Januar 7, 2008 at 2:58 am | Permalink

    LIebe Freunde von Sebastian, ich stand seit Freutag total unter Schock. was sicher alle verstehen können. Nachdem ich eure Zeilen gelesen habe, kommen endlich due Tränen und da sind sehr viele. Irgendwann in den nächsten Tagen melde ich mich. Ich danke Euch allen.

  11. Schrippes Mutti
    Posted Januar 7, 2008 at 3:00 am | Permalink

    Entschuldigt die Fehler, aber unter Tränen kann man schlecht schreiben.

  12. Posted Januar 7, 2008 at 7:10 am | Permalink

    Liebe Mutti von Schrippe,
    ich kann Ihren Schmerz erahnen, meiner ist auch tief,nachfühlen kann ihn in der virtuellen Trauergemeinde wohl am besten Regina.
    Ich bin generell ab den späten Nachmittagsstunden für Sie da,ob telefonisch oder per email (zuppi ät kaffeeschluerfer . com) oder mit einem persönlichen Treffen. Ich möchte gerne eine Hilfe sein.
    Herzlichst
    Zuppi

  13. Posted Januar 13, 2008 at 2:53 am | Permalink

    ……….ich kann es noch nicht fassen……..aber hier kann ich meine Gefühle in vielen Eurer Gedanken wieder finden….

  14. Posted Januar 13, 2008 at 9:27 am | Permalink

    liebe ulrike,
    schrippe hat das apo-archiv sehr geschätzt. seine diplomarbeit wäre ohne diese institution nicht denkbar gewesen,für die diss waren auch noch schätze zu heben und in der ferne lockte auch noch der rabehl-nachlass,den er gerne erschlossen hätte. er hat in unseren gesprächen immer das besonders herzliche ambiente durch die mitarbeiterInnen des archivs hervorgehoben,es war sein lieblings-studierzimmer.
    herzlich
    zuppi (mit trauerflor)


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