EU Islam

– DOSSIER –

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Tariq Ramadans Fake

Necla Kelek hat sich mit Tariq Ramadans Broschüre „Hand in Hand gegen die Zwangsheirat“ auseinandergesetzt. Auch sie liest in der Broschüre, was jeder, der sich mit den Theorien des Tariq Ramadan auseinandergesetzt hat, lesen muss: Ramadan will die Mädchen, die zwangsverheiratet werden oder worden sind, „muslimisch beraten“ – um sie daran zu hindern staatliche Beratungsstellen aufzusuchen oder in Frauenhäuser zu flüchten.“ Es ist eindeutig so, dass Ramadan die Grundrechte und Werte der europäischen Gesellschaften umdeuten will, um sie an seine Euro-Scharia-Vorstellungen von Recht und Ordnung anzupassen. ……

Teherans Griff nach Europa

Wie der homosexuelle Iraner Mehdi Kazemi den Tod und das Islam-Appeasement in GB und der EU fürchten lernt,nebst einer Finte in den Niederlanden:Von schwulen Bauernopfern und islamischen Sündenböcken

Erdogans Rede in Köln

Fast der ganze Text zur Verfügung gestellt von WELT.online

Tariq Ramadan hat ein Problem

Die community der Israel-Boykotteure ist bunt zusammengesetzt,hier die Variante von einem sog. Islam-Reformer in der EU:Israelis sollen ihre Texte nicht vorlesen dürfen. Und regulaerni sieht in Turin schon die Barbarei heraufziehen.

Wie begehen moderate Islamisten in Euuropa den 60. Jahrestag Israels?

Am liebsten garnicht:Tariq Ramadan, die Linken und die Buchmesse von Turin. Die schöngeistige Fraktion aus der Umma ist fest entschlossen gegen Israel,auch in der EU:Arabische Autoren machen Druck

Robert Misik befasst sich mit der antiislamischen Kampagne der FPÖ: Islamfeindlichkeit – endlich kann man rassistisch im Namen der Freiheit sein.

Necla Keleks Replik auf Tariq Ramadan

von anaximander
„Tariq Ramadan sagt: „Eine Vergewaltigung ist eine Vergewaltigung“. Aber er sagt nicht: „Eine Steinigung ist eine Steinigung“, also ein Verbrechen.“ [ mehr von Kelek zur Debatte zwischen Ramadan und Ayaan Hirsi Ali ]

Deutsche Muslim–Studie und Demokratieferner Rückzug in die Religion

via anaximander

Ayaan Hirsi Ali versus Timothy Garton Ash via anaximander

Ayaan vs Ash 2007Islam’s compatibility with democracy, the rule of law and freedom of speech is a subject of immense salience and importance in the early 21st century. In the Royal Society of Arts in London, Ayaan Hirsi Ali, who lives under a death threat imposed by Muslim fundamentalists, debates this problem with Timothy Garton Ash, who has in the past criticised her for being an ‚enlightenment fundamentalist‘. Watch the discussion and read the transcript.

Freiheit nur für Männer

Die Soziologin Necla Kelek befasst sich in Worten und Bildern mit den unterschiedlichen Vorstellungen gläubiger Muslime und Säkularisten von Begriffen wie „Freiheit“ und „Respekt“.

100 Hiebe für die Frau – wo bleibt da das Mitleid?

Ayaan Hirsi Ali hat einen Essay geschrieben, den die New York Times veröffentlicht und das Forum übernommen hat. Sie fragt, wo die Stimmen der „gemäßigten Muslime“ waren, als in Saudi Arabien eine vergewaltigte 20-Jährige zu 6 Monaten Gefängnis und 200 Stockhieben verurteilt wurde.

Wo sind sie nur, die Kritker und Reformer unter den Muslimen?

M. Abdelwahab Meddeb (* 1946 in Tunis) , ist ein französischer Autor, Literaturwissenschaftler (Europe/Islam, Francophonies) und muslimischer Islamkritiker tunesischer Herkunft. Weiterlesen: Extremismus und Freiheit – Abdelwahab Meddeb

No Blood for Sauerkraut! schreibt etwas sehr, sehr vernünftiges:

Im Kampf gegen den dschihadistischen Islamismus demonstrieren die diversen paranoiden Islamophobie-Blogs aus dem PI-Umfeld immer wieder, daß sie die Problematik der dieses Jahrhundert bisher bestimmenden globalen Auseinandersetzung bisher nicht mal ansatzweise begriffen haben. Obwohl der Kampf zusammen mit dem Islam und um seine Gläubigen gefochten wird, brüten sie immer noch über der tieferen Bedeutung jahrhundertealter Koransuren, bloß weil sie meinen, daß Muslime erst dann als gleichberechtigt akzeptiert werden können, wenn sie keine mehr sind. Wie man es richtig macht, also durchaus entschieden gegen den Islamismus streiten und trotzdem den Islam als Religion respektieren kann, zeigt uns Esther Schapira in ihrem gestrigen Artikel zu Steinmeiers erstaunlicher Indifferenz gegenüber den Ansichten seines neuen Rapperkumpels: Grundkurs Antiislamismus für Islamophobiker und hier gibt es den: Aufbaukurs Antiislamismus für Islamophobiker.

Die Kinderzimmer-Dschihadisten

von anaximander
… (Der) Wiener Scheich Adnan Ibrahim, ein gebürtiger Palästinenser, der in der Schura Moschee in Wien Leopoldstadt predigt. Der Mann wird immer wieder als „Vorzeigemuslim“ präsentiert, als weiser Schriftgelehrter. Doch auch seine Fatwas, islamische Rechtsgutachten, und seine Homepage waren – glaubt man den Behörden – mit Parolen gespickt, die Islamisten wie Mohamed M. gefallen könnten.(…)

MUSLIME IM VISIER VON ISLAMISTEN

SPON-Interview von Anna Reimann
In einem neuen Video von Islamisten werden auch Muslime in Deutschland bedroht. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, wie sein Verband mit der neuen Gefahr umgeht – und was islamische Verbände im Kampf gegen den Terror tun müssen.

SPIEGEL ONLINE: Herr Mazyek, in dem neuen Drohvideo der „Globalen Islamischen Medienfront“ (mehr…) wird das Logo des Zentralrats der Muslime gezeigt. Auch ihr Gesicht wird eingeblendet. Haben Sie Angst ? (…) via anaximander

Deutschland ist das islamischste Land der Welt

Es geht um einen Ausflug einer Hauptschul- Abschlußklasse, an dem teilzunehmen, wie das so üblich ist, türkische Väter ihren Töchtern verboten hatten. ….

Zettel blickt aus der Zukunft in die heutige Gegenwart:

Ist der Islam eigentlich wichtig; ist es der terroristische, der totalitäre Islamismus?
25.10.2007

Muslim-Markt erklärt die Welt: Der Homosexuelle im Iran

(…) Das neueste Projekt des Muslim-Marktes ist es, zu erklären, was der iranische Präsident Ahmadinedschad denn nun wirklich gemeint hat, als er an der New Yorker Columbia University über Homosexuelle im Iran sprach. Das, was die bösen Amis glauben, jedenfalls garantiert nicht: Read the rest of this entry »

Auch SPON entdeckt Abu Bakr Rieger: via planethop

(…). „Wie die Türken haben wir Deutschen in der Geschichte schon oft für eine gute Sache gekämpft, obwohl ich zugeben muss, dass meine Großväter bei unserem gemeinsamen Hauptfeind nicht ganz gründlich waren.“ [Rede gehalten in 1994] „Ein heutiger Dialogpartner [der Islamkonferenz 2007 bei Innenminister Schäuble,A.d.V.], der vor Hunderten Muslimen das Bedauern darüber äußerte, dass die Deutschen die Juden nicht ganz vernichtet hätten.“

Tja, da helfen auch keine Dementis in 2007. Auch Liberal in Austria ist der Fall Herr Rieger einen Beitrag wert: Ein wahrhaftiger Dialogpartner . Haben etwa ZOG oder PI über die Fratze des islamistischen Maintream gesiegt? Nein, es waren die tapferen Recken von der jungle-world: Rieger tritt von seinem Pöstchen zurück. Mehr bei Planet Hop

Scharfe evangelikale Kritik an UN-Papier zum Islam

„Islamophobie“ versus „Apostaphobie“

[…] Der aus dem Senegal stammende Politologe Doudou Diene behauptet, dass die „Verleumdung“ des Islam eine „Islamophobie“, also eine unbegründete Angst vor dem Islam, hervorbringe. Diese führe wiederum zur Unterdrückung muslimischer Rechte und treibe Muslime in den Extremismus. Deshalb sollten die internationalen Menschenrechtsabkommen neu interpretiert und umgeschrieben werden. Dem widerspricht Frau Kendal: „Meiner Meinung nach geht es im Kern nicht um eine Verleumdung des Islam oder eine grundlose Islamophobie, sondern um die Tatsache, dass die Diktatoren des Islam nach wie vor von einer Apostaphobie erfüllt und getrieben sind.“ Mit Apostaphobie ist die Angst vor einer Abkehr vom Islam gemeint; in vielen vom islamischen Religionsgesetz geprägten Gesellschaften steht der Religionswechsel von Muslimen als „Abfall vom Islam“ unter Todesstrafe.[…]

Was ist eigentlich eine Hasspredigt?

Die Enttarnung

von anaximander
Der Regisseur Romuald Karmakar lässt in seinem Film „Hamburger Lektionen“ den Schauspieler Manfred Zapatka die deutsche Übersetzung einer Hasspredigt von Mohammed Ben Mohammed al-Fazazi vorlesen. Das ist, wie Verena Lueken findet, beeindruckend: […..] und sogar die taz schreit nicht gleich sofort Islamophobie – haltet den Dieb!, sondern es wird ein Interview mit dem Regisseur Romuald Karmakar abgedruckt.

Die Kampagne um den allseits beschworenen, unzulässigen Generalverdacht gegen Muslime wird bei Denkverbot bearbeitet.

„Der Islam muss von innen reformiert werden“

Interview von Daniel Bax und Cigdem Akyol in der taz mit Tariq Ramadan via anaximander

Ein deutscher Muslim, der das Grundgesetz nicht schätzt, verletzt seine Pflicht als Muslim, meint Tariq Ramadan. Gewalt oder die Unterdrückung von Frauen lassen sich nicht aus dem Koran ableiten, sagt der Islamgelehrte. Weiterlesen …

Konvertitenterror, die Zentrale liegt bei Separatisten in Usbekistan von Wiebke Eden-Fleig

Die drei in Deutschland festgenommenen Terroristen gehören zu einer usbekischen Islamistengruppe. Warum hat diese Deutschland im Visier? Erklärungsversuche … . Die weiteren Facetten im Panoptikum der Konvertitendebatte sind bei Udo Wolter „Die Welt deutscher Islam-Konvertiten und der Drang zum Unbedingten“ und auf der Achse unter „Mohammeds Mutanten – heute: Peter Schütt“ nachlesbar.

Malise Ruthven on Tariq Ramadan’s Critique of Secularism

Posted by david t – Ruthven’s take on Ramadan’s biography of Mohammed, in the New York Review of Books, is worth reading in full. But here’s a choice bit, read more at Harry’s Place ….

Frankreich
Robert Redeker – Leben mit der Fatwa via anaximander
Die Geschichte Robert Redekers zeigt deutlich, dass der Staat trotz aller von ihm gepriesenen Sicherheitsmassnahmen, die nichts anderes vermögen, als die Freiheit der Bürger einzuschränken, machtlos ist, wenn wahnsinnige Islamisten am Werk sind. „Ein islamkritischer Artikel reichte aus, um zum Todes-Kandidaten zu werden: Der Philosoph Robert Redeker nahm im „Figaro“ kein Blatt vor den Mund – und musste abtauchen. Dem Magazin „Gazette“ erzählte er die Geschichte seiner Verfolgung. Anaximander schaut nach einem Jahr noch einmal auf das Fatwa-Opfer: Robert Redeker – ein Jahr auf der Flucht.

Symposium über Humor im Islam

Konrad Watrin stellt fest „…Dass man jedoch auch in der islamischen Welt, zumindest in früheren Zeiten, sogar satirischen Humor verstand – der heute allenfalls im (Internet-)Untergrund oder Ausland gedeiht –, zeigte ein interdisziplinäres Symposion der Freien Universität Berlin (FU) und des Zentrums Moderner Orient zur Frage nach dem Humor in der arabischen Kultur, bei dem die Wissenschaftler herzhaft zu lachen hatten.“ via anaximander

Dona Nobis Pacem

Yusuf Islam, alias Cat Stevens, der Salman Rushdie den Tod wünscht, … singt im Rahmen des Konzertes „Live Earth“. (….)

Video – Islamisten und Nazis

‚Kaum waren die kostenlosen Videoportale im Internet eröffnet, begannen sie ihre Musik-, Propaganda- und Veranstaltungsvideos in großem Stil zu verbreiten. Dabei geht es nicht nur um agitatorische Verbreitung ideologischer Inhalte und Rekrutierung potentieller Interessenten, sondern auch um eine Selbstinszenierung als „Kämpfer“ und „heldenhafte Gemeinschaft“.‘
Hören und sehen
Führer und der Mufti von Jersualem
Irans Präsident als führender Antisemit
und vieles mehr

Djihad als Brückenbau: Die Islamische Zeitung 2004

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Judentum und Islam – Versuch eines Blickwechsels

Eine internationale Konferenz auf Schloss Elmau

«Der Islam aus jüdischer Sicht – das Judentum aus islamischer Sicht» lautete der Titel der Konferenz, die einen in der heutigen Spannungslage fast unmöglich scheinenden Dialog initiieren sollte. weiter lesen in der NZZ.

Die Chiffre Islamophobie

Wie sich hinter einer antirassistischen Kampagne die islamistischen Mörder gut behütet wisssen können, ist hier am Beispiel Salman Rushdies Ritterschlag durch die Queen, hier am Beispiel von Gay-West und am Besipiel der feministischen Intelligenzia der Gender-Studies erfahrbar. Und A South Park Republican hat etwas interessantes zum Begriff Islamismusphobie geschrieben.

Porträt: Farhad Afshar

Der Lobbyist für die Sache der Muslime weicht den Medien aus und nutzt sie dennoch geschickt – eine schwierige Annäherung

Einen «Meister der Verschleierung» nennen ihn viele, für andere ist Farhad Afshar «ein Brückenbauer zwischen den Kulturen». Im Bestreben der Muslime nach Anerkennung ist er zum Aushängeschild geworden, bleibt aber am liebsten im Hintergrund.

Forum»Meinungen zum Thema

Forum»Kommentare zum Artikel

Mehr zum Thema:

Dienstagabend im «Club»: Die TV-Runde diskutiert über Minarette. Die Seite der Muslime vertritt Farhad Afshar – nicht zum ersten Mal. Er war es auch, der das Projekt eines Islamzentrums in Bern öffentlich darlegte («Bund» vom 30. 4.). Seine Aktivitäten reichen aber weit darüber hinaus.

Seit den 80er-Jahren setzt sich der eloquente Berner Universitätsprofessor für die Anliegen und das Image der Muslime in der Schweiz ein. So sitzt er für die muslimische Gemeinschaft im Vereinsvorstand des geplanten Hauses der Religionen in Bern. Häufig sei er an den Sitzungen nicht da, heisst es aus dieser Institution. Dann tauche er wieder mit Forderungen auf, die eigentlich schon geklärt seien.

Freund der Mullahs

Nicht nur die Ämterkumulation (siehe unten links) gibt zu reden, auch die Beziehungen zu den iranischen Mullahs irritieren. Laut Beobachtern geht Afshar in der iranischen Botschaft ein und aus, seine Ehefrau ist geschäftlich im Iran tätig. Er könne jederzeit einen Kontakt zum iranischen Aussenminister herstellen, heisst es.
Um die Rekrutierung von Imamen für Schweizer Moscheen zu fördern, hat Afshar mit den Universitäten Al-Azhar in Ägypten und Hoziye-Elmy in Iran Kontakt aufgenommen. «Hoziye-Elmy ist keine Extremisten-Brutstätte», sagt Iran-Experte Ulrich Tilgner. Dass die Anstalt aber regimetreu sei und der iranischen Geistlichkeit nahe stehe, sei unbestritten.
Afshar färbt die islamische Realität laut Studierenden schön. So habe er gesagt, die Lage der iranischen Frauen sei besser als die der Schweizer Frauen, was sich am hohen Anteil der Studentinnen an Irans Universitäten ablesen lasse. Laut Bekannten musste Afshars Frau nach seinem Gesinnungswandel vom Sozialdemokraten zum gläubigen Muslim den Tschador tragen, das Kopftuch also, das nur die Augen frei lässt.

Unklare Legitimation

Hisham Maizar ist Präsident des Dachverbands der Ostschweizer Muslime. Gemeinsam mit Afshar vertritt er im Rat der Religionen die Muslime. Er vermutet, dass sich Afshar nicht kritisch zum Iran äussert, um die engen Beziehungen nicht zu gefährden. Afshars Rücksichtnahme geht recht weit.
Afshar vertritt als Angehöriger der schiitischen Glaubensrichtung in der Schweiz lediglich einige tausend Menschen. Dennoch tritt er oft als Sprecher aller 350 000 Muslime auf. «Es ist schwierig zu sagen, ob er sich selber so verkauft hat oder ob ihn die andern so verkaufen», erklärt Maizar.
Eine Muslimin ergänzt, Afshars eloquentes und gebildetes Auftreten mache bei der islamischen Unterschicht grossen Eindruck. Farhad Afshar ist ausserdem Inhaber eines Hotelbetriebs in Faulensee sowie der Luxon AG, eines Unternehmens für Technologietransfer.
Häufig beklagt Afshar eine «Islamophobie», Muslime würden stets angegriffen. Saïda Keller-Messahli vom Forum für einen fortschrittlichen Islam findet diese Haltung «larmoyant».

Keine Opferrolle für Muslime

Die Muslime in der Schweiz sollten endlich aufhören, sich als Opfer zu sehen und bloss von fehlenden Rechten zu sprechen, sagt die gebürtige Tunesierin. «Wir brauchen nicht in erster Linie Moscheen und Friedhöfe, wir sollten uns vermehrt damit befassen, welche Pflichten wir in dieser Gesellschaft übernehmen.»
Viele schrecken davor zurück, Afshars Position öffentlich zu kritisieren. «Ich rede nur, wenn ich nicht namentlich zitiert werde», heisst es bei Recherchen oft. Viele sagen gar nichts. Einige geben zu Protokoll, sie hätten mit ihm zu tun gehabt, wollten aber nie mehr mit ihm in Berührung kommen. Afshar biege vieles mit seinem Charme zurecht. Wenn Afshar charakterisiert wird, fallen Worte wie «ehrgeizig und selbstsüchtig», «jähzornig und psychisch instabil». Wer sich seinen Plänen entgegenstelle, bekomme ernsthafte Schwierigkeiten. Afshar habe viele Gesichter und sei kaum fassbar.

Erstaunlicher Wandel

In jungen Jahren galt er als der Sozialdemokratie nahe stehend. Vom Schah-Regime wurde er angeblich als Marxist verfolgt. Für viele bleibt die Verwandlung dieses Mannes, der nach eigenen Angaben zum «Licht des Islams» gefunden hat, ein Rätsel. Studienkollegen sehen das prosaischer: Er sei extrem ehrgeizig und habe schon immer jedes Mittel benutzt, um Geltung und Ansehen zu erlangen. Ihm kämen die aktuellen Debatten um den Islam gerade recht, sagt eine frühere Bekannte, das sei ein ausgezeichnetes Feld für jegliche Profilierung. Eine Muslimin bezeichnet seine geistige Wende als billiges Theater und schlechte Komödie: «Er hat eine Marktlücke entdeckt.»

Brückenbauer der Kulturen

Der frühere Genfer SP-Nationalrat und jetzige Uno-Sonderberichterstatter Jean Ziegler, der mit Afshar seit der gemeinsamen Zeit am Soziologischen Institut in Bern befreundet ist, lobt Afshar als «brillanten Wissenschaftler», der «ausgezeichnete Bücher» geschrieben habe. In Zeiten des Fanatismus sei es sehr wichtig, wenn «hervorragende Intellektuelle» wie Afshar als Brückenbauer zwischen den Kulturen vermittelten. Der Bund, Andreas Stauffer [24.05.07]

Paul Berman: Who’s Afraid of Tariq Ramadan?

02.06.2007 11:40 +Feedback

Ein großes und ausführliches Porträt des moslemischen Vorzeigeintellektuellen unter besonderer Berücksichtigung seiner Freunde und Förderer, seiner Familienbande und der Geschichte der Moslem-Bruderschaft. Nehmen Sie sich zwei Stunden Zeit, hinterher sind sie klüger und lassen sich von keinem Wolf im Schafspelz mehr was vormachen.
http://www.tnr.com/doc.mhtml?i=20070604&s=berman060407&c=12

The Islamist, the journalist, and the defense of liberalism.

Who’s Afraid of Tariq Ramadan?

by Paul Berman
Post date 05.29.07 | Issue date 06.04.07

Tariq Ramadan is a charismatic and energetic Islamic philosopher in Europe who has become popular and influential among various circles of European Muslims during the past fifteen years–originally in Geneva, where his father founded the Islamic Center in 1961; then in Lyon, the French city closest to Switzerland, where Ramadan attracted a following of young people from North African backgrounds; then among French Muslims beyond Lyon; at the Islamic Foundation in Leicester, in Britain, where he spent a year on a fellowship; among still more scattered Muslim audiences in Western Europe, who listened to his audio recordings and packed his lecture halls, normally with the men and the women sitting demurely in their separate sections; among Muslims in various Francophone countries in Africa–and outward to the wider world…. via The New Republic

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Presseinformation REPORT MAINZ, 7. Mai 2007

Islamkonferenz von Bundesinnenminister Schäuble in der Kritik

Aufwertung muslimisch-extremistischer Organisationen?

Mainz, 07.05.2007 – Profilierte Islamwissenschaftler kritisieren, dass bei der von Bundesinnenminister Schäuble initiierten Islamkonferenz vergangenen Mittwoch in Berlin erneut Vertreter von Organisationen eingeladen wurden, die laut Verfassungsschutzberichten der Länder und des Bundes als extremistisch eingestuft werden: „Sie in solcher Art und Weise zu positionieren, bedeutet eine so deutliche Aufwertung dieser extremistischen Organisationen, das man sich schon Fragen gefallen lassen muss: Warum gerade solche Menschen als Vertreter der hiesigen Muslime sprechen dürfen?“, sagte Prof. Ursula Spuler-Stegemann, Islamwissenschaftlerin an der Universität Marburg, dem ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ.

Die Kritik richtet sich insbesondere gegen den Vorsitzenden des Islamrates Ali Kizilkaya und den Präsidenten der Islamischen Gemeinschaft Deutschland, Ibrahim El-Zayat. Beide nahmen an dem zweiten Treffen der Islamkonferenz am 4. Mai 2007 teil.

Nach Berichten verschiedener Verfassungsschutzämter wird der Islamrat von der als extremistisch eingestuften Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) dominiert. Dem ARD Politikmagazin REPORT MAINZ liegen bislang unveröffentlichte Film- und Tonmitschnitte von zwei IGMG- Veranstaltungen vor. Diese bestätigen die Einschätzung der Verfassungsschützer. So wurde in einer Predigt auf einer Feier im nordrhein-westfälischen Hamm Ende Januar von einem IGMG- Spitzenfunktionär das Osmanische Reich, also ein islamischer Gottesstaat, als die zu erstrebende Gesellschaftsordnung für heute dargestellt. Diese Predigt bewertet der Islamwissenschaftler Dr. Gerd R. Puin von der Universität Saarbrücken als ein politisches Programm, „das gewiss mit Demokratie nicht vereinbar ist“. Auch Prof. Ursula Spuler-Stegemann kommt zur gleichen Einschätzung: “Die Rede will eindeutig einen Islamstaat, der die Werte und die Ordnung unserer Gesellschaft zum Teil geradezu auf den Kopf stellt.“

Auf einer anderen religiösen IGMG-Feier im hessischen Stadtallendorf tanzen die Kinder zu einem alten osmanischen Lied mit der Textzeile: „Lasst uns für den Weg Gottes Krieg führen.“

Außerdem war nach Recherchen von REPORT MAINZ auf der Islamkonferenz vergangenen Mittwoch auch Ibrahim El-Zayat zugegen. Er gilt als Multifunktionär diverser Moslem-organisationen, die von Verfassungsschützern als extremistisch eingestuft werden. EL-Zayat ist z.B. Präsident der Islamischen Gemeinschaft Deutschlands (IGD). Diese Organisation steht der Muslimbruderschaft nahe, so diverse Verfassungsschutzberichte. Die Muslimbruderschaft wiederum will demnach einen islamischen Gottesstaat mit Scharia und letztendlich diktatorischen Zügen.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete, Christina Köhler, zugleich Mitglied im Innenausschuss und Islamismus-Expertin der CDU/CSU-Fraktion, hält vom Dialog mit solchen Extremisten nichts. REPORT MAINZ sagte sie: „Ich glaube, dass mit solch harten Islamisten ein Dialog zu nichts führt, denn worüber will man da einen Dialog führen? Ob unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung gilt? Da bin ich ehrlich gesagt gar nicht bereit, einen Dialog darüber zu führen, sondern das ist die Grundvoraussetzung, damit man dann einen Dialog führen kann.“

Deutsche Islamkonferenz bei wiki.de

K Koehler

Kristina Köhler (CDU), Wiesbaden, Mitglied des Deutschen Bundestags, Fachpolitikerin für Islam, Integration und Extremismus,

Pressemitteilung – 01.03.2007

Terrorverdacht gegen den Vorsitzenden der „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland“? // „Schmeißt die Extremisten aus dem Zentralrat raus!“

Die innenpolitische Berichterstatterin für Extremismusfragen der CDU/CSU, Kristina Köhler (CDU), fordert den Zentralrat der Muslime in Deutschland auf, endlich die extremistischen Umtriebe in den eigenen Reihen zu beenden. „Jene Organisationen, die personell oder ideologisch mit der radikalen Muslimbruderschaft verbunden sind, können keinen Platz in einer Organisation haben, die Ansprechpartner für die Politik werden möchte“, so Köhler. Verfassungsschützer gehen davon aus, dass sieben der 19 Mitgliedsorganisationen des ZMD der Muslimbruderschaft nahe stehen, eine weitere Mitgliedorganisation vom Iran gesteuert wird.

Die Wiesbadener Bundestagsabgeordnete verwies dabei auch auf die jüngsten Ereignisse in Ägypten. Dort wurde der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland, Ibrahim El-Zayat, Pressemeldungen zu Folge vor einem Militärgericht zusammen mit führenden Köpfen der extremistischen Muslimbruderschaft wegen „terroristischer Methoden“ und Geldwäsche angeklagt. Die ägyptische Muslimbruderschaft gilt unter Experten als Keimzelle des modernen islamischen Fundamentalismus. Ihre Ideologie bietet die ideologische Basis beinahe aller islamistischen Terrorgruppen. El-Zayat selbst hatte wiederholt behauptet, nichts mit der Muslimbruderschaft zu tun zu haben. Im Jahr 2005 wollte er der Abgeordneten Kristina Köhler untersagen, ihn als „Funktionär der Muslimbruderschaften“ zu bezeichnen. Er unterlag jedoch vor Gericht. Nun bezeichnete laut einem Bericht der WELT, ein führender Kopf der Muslimbruderschaft, Muhammad Mahdi Akef, Ibrahim El-Zayat als „Chef der Muslimbruderschaft in Deutschland.“

Köhler: „Der Zentralrat sollte endlich die Chance ergreifen und sich klar auf die Seite der Millionen verfassungstreuen Muslime in Deutschland stellen, um mit Ihnen gemeinsam dem Islamismus eine Absage zu erteilen. Anstelle von Beteuerungen über die eigene Friedfertigkeit sollten nun endlich mal Taten stehen.“

Tariq Ramadan – kein Aufklärer von anaximander

Aus Anlass der anstehenden zweiten Islamkonferenz über Fragen der Integration stellt die Publizistin und Soziologin Necla Kelek noch einmal ihre islamkritische Position vor: „Necla Kelek wendet sich gegen Tariq Ramadan, einen Professor für Islamstudien an der Universität Oxford, den sie als prominenten „Vertreter der Antiaufklärung und der Restauration des Islam“ beschreibt. „Wie für Chomeini sind auch für Ramadan westliche Werte nichts anderes als Geißeln des Imperialismus“, schreibt die Autorin und zitiert den Oxford-Gelehrten: „Die westliche Lebensweise stützt sich auf und erhält sich durch die Verführung zur Aufstachelung der natürlichsten und primitivsten Instinkte des Menschen: sozialer Erfolg, Wille zur Macht, Drang zur Freiheit, Liebe zu Besitz, sexuelles Bedürfnis usw.“ Ramadan versuche, „die europäische Moderne zu islamisieren“.“

Ex-Muslime nur Krawallmacher?

Feridun Zaimoglu, Schriftsteller und einer der Vertreter bei der in der nächsten Woche ein zweites Mal zusammentretenden Islam-Konferenz. Im Interview kritisiert er die einseitigen Positionen von Islamkritikerinnen wie Necla Kelek und Seyran Ates scharf: „Das größte Bollwerk gegen den Fundamentalismus sind die Volksfrommen in den Moscheeverbänden. Wenn man diese Menschen wegen ihrer Frömmigkeit und ihres Glaubens angreift, und wenn man sich nicht entblödet, sie immer und immer wieder aufzurufen, sich zu den Reformkräften zu schlagen, dann will man gar nicht sachlich argumentieren; man will Krawall schlagen. Es ist ja so, dass sich Feminismus und eine rechte Gesinnung nicht ausschließen, und es kann doch nicht sein, dass sich gewendete 68er, konservative Rechtspopulisten und rechte Feministinnen Hand in Hand zu Verteidigern, zu Fußsoldaten der abendländischen Zivilisation stilisieren.“
Ich kann mich über die Islamkonferenz nicht genug wundern und muss mich immer wieder fragen, ob die Trennung von Kirche und Staat plötzlich aufgehoben wird…

Dankesrede von Emel Abidin-Algans von anaximander

Sie ist die Tochter des Milli Görös-Gründers, trug und dreißig Jahre lang ein Kopftuch – und legte dieses schließlich ab. Dann hat sie den protestantischen Preis „Das unerschrockene Wort“ erhalten, schildert in ihrer Dankesrede, wie es dazu gekommen ist, wie sie heute zum Islam steht und wie sie gelernt hat, „den Koran im historischen Kontext“ zu verstehen. „Heute würden wir die Propheten als PR-Sprecher Gottes bezeichnen…“

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Löschdebatte auf Wikipedia.de: Der Fall Amir Zaidan

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Tariq Ramadan – ein Mann, viele Gesichter via anaximander

Wer ist dieser Tariq Ramadan, der durch alle Gassen Europas dampft? – Hier eine von vielen AntwortenTariq Ramadan ist ein Enigma. Fans halten den charismatischen Intellektuellen mit dem makellos getrimmten, graumelierten Dreitagesbart für einen muslimischen Martin Luther, einen Kämpfer für den Euro-Islam, einen mutigen Reformer und brillanten Brückenbauer. Gegner halten ihn für einen zweigesichtigen Wegbereiter „Eurabiens“, bezichtigen ihn des Antisemitismus, des Double-Speak, rücken ihn in die Nähe der fundamentalistischen Muslimbruderschaft. Er gibt sich hier umgänglich, vernünftig – ganz anders als im hier erwähnten Weltwoche-Interview…

Der Euro-Islam als Brücke zwischen Islam und Europa.

Von Bassam Tibi – Essay auf perlentaucher vom 20.03.2007

Gerade als ich aufgefordert wurde, meine Ideen zum Gegenstand in diese Debatte einzubringen, bin ich aus den USA zurückgekehrt. Dort fand ich Gefallen an der Frage „What are we talking about?“, die ich auf diese Kontroverse anwenden möchte. Sie richtet sich an Personen, die außer Wortgeschwulsten wenig Inhaltliches zu bieten haben und fordert sie heraus. Das Thema „Europa und der Islam“ ist in der Sache wichtiger als die Profilierung von Tariq Ramadan oder Ayaan Hirsi Ali, die inhaltsleer miteinander kontrastiert werden. Ebenso ist das Thema wichtiger als die Debatte von prominenten Autoren wie Timothy Garton Ash oder Ian Buruma, die außer Prominenz gemeinsam haben, ohne Kompetenz über den Islam zu reden. Ich schlage vor, diese für Europa außerordentlich wichtige Debatte zu entpersonalisieren und somit zu versachlichen: Sie ist gleichermaßen existenziell für Europa und für die Muslime, die in Europa leben, zu denen ich gehöre. weiterlesen ….

Tariq Ramadan in Paris verhaftet via anaximander Do, 15.03.2007 15:05

Tariq Ramadan, der von einigen vertrauensseligen Politikern noch immer als „moderat“ bezeichnet wird, soll in Wirklichkeit der Führer der radikal-islamistischen Muslimbruderschaft sein. Wie auch immer dies sein mag: Ramadan wurde in Paris vorübergehend verhaftet. Er soll noch versucht haben, sich in einen abgeschirmten Sicherheitsbereich des Pariser Flughafens zu flüchten. Weil er angeblich eine Polizistin beleidigt hat, muss er sich am 6. April vor dem Strafrichter verantworten. Quelle Terror Finance Blog

Tariq Ramadan forced to retract defamatory statements

On February 21, 2007, an Islamic website posted an article containing the following comment of Tariq Ramadan regarding my allegations against him: “Brisard knowingly disseminates false allegations against me since years”. I threatened to file a criminal complaint in France against Tariq Ramadan and expose every single document proving my allegations. So, on March 5, 2007 he retracted his defamatory statement. During a face to face debate I had with him on Swiss TV in December 2003, I’ve already provided evidence to support my claims. But Ramadan, as usual, denied everything. Since then, Tariq Ramadan was denied entry to the United States on grounds of “providing material support to a terrorist organization” through donations to organizations supporting Hamas. As we’ve reported earlier, lots of evidence, ranging from criminal prosecutions to intelligence and police reports, support the fact that Tariq Ramadan has been in contact with several well-known terrorists in Europe during the last 20 years.

Tariq Ramadan. Was der Westen vom Islam lernen kann: Lektion 25
Tariq Ramadan

Von Gudrun Eussner und hier: Eussners Homepage

24 Abschnitte umfassen die Lektionen des Tariq Ramadan im Chronicle of Higher Education, ergänzt von einem 25-ten, in dem die Lügen über Tariq Ramadans akademische Credentials wiederholt werden: formerly a professor of Islamic studies at the University of Fribourg, in Switzerland, das ist in Wirklichkeit unter „Ferner liefen …“ alle zwei Wochen eine akademische Doppelstunde = 90 Minuten Einführung in den Islam des freien und nebenberuflichen Mitarbeiters der Universität. Tariq Ramadan ist zu der Zeit Studiendirektor am Genfer Collège de Saussure und nicht Teil des Lehrkörpers der Universität, sein Name wird nirgends erwähnt außer in der Ankündigung des Kurses; der wird bereits im Jahr 2003, vor seinem Antrag auf ein Visum für die USA, vom Lehrplan abgesetzt. Aus der Bezeichnung Islam III: Introduction III geht hervor, daß er Daw´a-Tätigkeit dort leistet, bis es den Verantwortlichen der Universität zu viel wird: (1)
Let-7 Ramadan Tariq Islam III: Introduction III; mercredi, 15-17 h. (tous les 15 jours) (164)
Diplom in Philosophie und Doktor in arabischer Sprache und Zivilisation, unterrichtet Tariq Ramadan im Collège de Saussure in Genf. Von 1996 bis 2003 gab er Kurse in Islamologie in der Universität Freiburg, wobei bis heute nicht klar ist, was Islamologie anderes sein mag als Missionstätigkeit, da´wa. (2)
Ich kann jedem, der das nicht glaubt, weil die Hochstapelei so dick aufgetragen ist, daß sie schon wieder wahr sein könnte, nur raten, auf der Web Site der Université de Fribourg, der Universität Freiburg „Tariq Ramadan“ einzugeben, er wird nichts vom, sondern nur über den Prediger und seine vergeblichen Versuche finden, sich in die USA auszubreiten. (3)
Oxford – Mosqueford
Research fellow at the University of Oxford´s St. Antony´s College, das ist eine korrekte Bezeichnung des Tariq Ramadan: er ist Forschungsstipendiat. Die Universität trägt zur Verbreitung der Lüge über die Professur des Tariq Ramadan in Freiburg bei: He was previously Professor of Islamology at the University of Fribourg, Switzerland. Oxford, auch als Mosqueford bezeichnet, ist ein Zentrum der Lobby für fundamentalistischen Islam und die Einführung der Scharia in Europa. Hier schreibt Tariq Ramadan, unterstützt vom Kanzler der University of Oxford Lord Patten of Barnes alias Chris Patten, sein neues Mohammed-Buch, das am 5. Februar 2007 im Verlag Oxford University Press, USA, erscheint: In the Footsteps of the Prophet: Lessons from the Life of Muhammad. (4)
In den Fußtapfen des Propheten. Lehren aus dem Leben Mohammeds – schon der Titel weist darauf hin, daß es sich nicht um ein wissenschaftliches Werk, sondern um Islampropaganda handelt. Wie sagt der Doktorvater des Tariq Ramadan Professor Charles Genequand, der Spezialist für die arabische Welt, über den Ideologen, den Pseudo-Intellektuellen, als er die Dissertation als Machwerk ablehnt? „Er schreibt immer dasselbe Buch“. (5)
Nun hat er wieder dasselbe Buch geschrieben und bringt es mit Hilfe der Oxford University Press an gläubige Muslime und potentielle Konvertiten. Die arabischen Geldgeber danken der Mosqueford University ihre Unterstützung und richten ihr ein Zentrum für arabische Studien ein; noch eine britische Bastion für die Fundamentalisten von Al Muhajiroun und Hizb ut Tahrir, meint der Militant Islam Monitor unter dem Titel Wird es immer ein England geben?
Der Sunday Telegraph schreibt dazu am 11. März 2007: disbanded extremist group, al-Muhajiroun, claims to have infiltrated „the main campuses such as Cambridge, Oxford, the London School of Economics and Imperial College“. Die aufgelöste extremistische Gruppe Al Muhajiroun behauptet, die Hauptuniversitätsgelände, wie Cambridge, Oxford, die London School of Economics und das Imperial College infiltriert zu haben.
Die Islamisierung Englands wird systematisch betrieben. Man soll sich nicht täuschen lassen von den Randalierern, wie sie im Februar 2006 an einem International Day of Anger anläßlich der dänischen Mohammed-Karikaturen von ihren Imamen entfesselt losgelassen werden. Die islamisieren nicht, sondern die stoßen gutwillige Menschen eher ab. Einige landen auch im Knast und ihre Organisationen werden verboten. Derweil bekommt das 1985 gegründete Centre for Islamic Studies (OCIS) der Universität ein neues prunkvolles Gebäude mit Moschee, Hörsälen, Ausstellungshallen und einer Bibliothek. Dies ist dem unermüdlichen Einsatz des Aufsichtsratsmitglieds Dr. Abdullah Omar Nasseef und des OCIS Gründungsdirektors Dr. Farhan Ahmad Nizami zu danken, beide unterstützt von Dr. Basil Mustafa, seit 1992 Schatzmeister des Zentrums. (6)
Dr. Abdullah Omar Nasseef ist Präsident des von Saudi-Arabien dominierten World Muslim Congress, Chef des britischen Büros des World Muslim Congress, Vorsitzender zahlreicher saudischer sogenannter Wohlfahrtseinrichtungen und unter anderem Aufsichtsratsmitglied des Instituts für die Geschichte der Arabisch-Islamischen Wissenschaften Frankfurt der Johann Wolfgang Goethe-Universität, von wo aus die Islamisierung Europas ebenfalls systematisch und ohne großen Lärm vor sich geht. Petrodollars, in eine Stiftung eingebracht, machen´s möglich. Das Geld stammt aus der 1977 von den acht Söhnen des Königs gegründeten King Faisal Foundation. Einer der Söhne ist der meinen Lesern inzwischen bestens bekannte Prinz Turki al Faisal Ibn Saud, letztens zurückgezogen von seinem Posten als Botschafter Saudi-Arabiens in Washington. Johann Wolfgang von Goethe gilt den Muslimen von der Murabitun-Sekte sowieso schon als Muslim, wozu ihn Abu Bakr Rieger 1995 in Weimar durch eine Fatwa kürt. Wird es immer ein Deutschland geben? kann man sich fragen. Für Ibrahim al-Zayat ist die Frage schon beantwortet: Dieses Land ist unser Land, und Dr. Abdullah Omar Nasseef hilft dabei mit Allahs Segen, ist er doch Mitglied der Islamic Organisation for Miracles of the Holy Quran, der Islamischen Organisation für die Wunder des heiligen Korans, der Muslim World League. (7)
Dr. Abdullah Omar Nasseef ist ebenfalls Aufsichtsratsvorsitzender der 1980 gegründeten East West University Chicago, einem privaten College. Der Kanzler des College Dr. M. Wasiullah Khan sucht Sponsoren, die Studenten finanzieren, von der Business Administration bis zu Islamic Studies. Er nennt es Philantropy, Menschenfreundlichkeit. (8)
Dr. Farhan Nizami ist Prince of Wales Fellow in the Study of the Islamic World, am Magdalen College, Oxford. Man sieht, die Islamisierung in England geht nicht nur systematisch, sondern auch mit allerhöchsten Weihen des britischen Königshauses vonstatten. His Royal Highness the Prince of Wales ist der Schirmherr des Zentrums. Wer die Startseite aufruft, wird mit einem freundlichen Bismi-llah ir-Rahman ir-Rahim empfangen. Linke, die sich über morgendliche Gebete des George W. Bush aufregen, haben sich hierüber noch nie echauffiert. (9)
Dr. Basil A J Mustafa ist Nelson Mandela Fellow at Oxford Centre for Islamic Studies und geschäftsführender Direktor der Oxford Islamic Finance Limited, einer Finanzinstitution die schariakonform Geld verleiht. Gemeinsam mit dem Investment Berater Russell Wood und der Deutschen Bank bildet sie Dar Al Istithmar (DI), ein Joint Venture, das für diejenigen Institutionen, die islamische Finanzdienste anbieten, schariakonforme Lösungen entwickelt. So trägt auch die Deutsche Bank zur friedlichen Islamisierung Englands bei, und der Chef der Muslimbruderschaft Europas Tariq Ramadan gibt dazu seinen Segen. (10)
Andere Werke veröffentlicht Tariq Ramadan in der fundamentalistischen Islamic Foundation Markfield/Leicester. Dort gebe man Tariq Ramadan ein, und man erhält drei Angebote, darunter To be a European Muslim, das sich direkt an europäische Konvertiten wendet. Auf deutsch heißt es irreführend Muslimsein in Europa. In Deutschland ist man noch nicht so islamisiert wie in England, und der europäische Muslim könnte zu schnell als das verstanden werden, was er ist, ein Konvertit und Mitstreiter zur Islamisierung Deutschlands. Im Vorwort dankt Tariq Ramadan dem von Mahdi Akef so bezeichneten Chef der Muslimbruderschaft in Deutschland Ibrahim El-Zayat und seiner Ehefrau Amena für die ausgezeichnete Zusammenarbeit bei der Erstellung der deutschen Ausgabe. Sie wird im Juni 2001 von der Muslim Studenten Vereinigung in Deutschland e.V. herausgegeben, deren Vorsitzender Ibrahim El-Zayat zu der Zeit ist.
Leider kann man das Vorwort nicht mehr online lesen: „Ich bin ihnen sehr dankbar und meine Gebete begleiten sie. Ohne die Mitwirkung von Ibrahim und Amena El-Zayat wäre das vorliegende Buch gewiss nicht erschienen. Dafür möchte ich ihnen an dieser Stelle herzlich danken.“ Den Artikel Kreuzzüge und die Anfänge der europäischen Weltherrschaft wird den Lesern ebenfalls vorenthalten; denn die ganze Website Amana Online ist offline. (11)
Ibrahim El-Zayat ist Präsident der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD) und gilt als seriöser Ansprechpartner, obwohl er seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Jetzt könnte es für den eloquenten Mann auch im Inland heikel werden. Seinen Namen haben die Muslimbrüder zwar von der Internetseite entfernt (Original-Archivfassung liegt WELT ONLINE vor), in einem Fernsehinterview bezeichnete der Führer der Muslimbruderschaft, Muhammad Mahdi Akef, al-Zayat jetzt jedoch als „Chef der Muslimbruderschaft in Deutschland“, schreibt Jan-Philipp Hein in der WeltOnline. (12)
Was kann der Westen aus der Lektion 25 lernen?
· Hochstapelei mit akademischen Titeln wird dann belohnt, wenn es sich um einen hochrangigen Muslimfunktionär wie Tariq Ramadan handelt, den Enkel Hassan al-Bannas, des Gründers der Muslimbruderschaft. Lehre: konvertieren und sich als Muslimfunktionär verdingen.
· Nebenberufliche Tätigkeit als freier Mitarbeiter einer europäischen Universität kann zur Professur aufgewertet werden, wenn es sich um einen einflußreichen Vertreter der Muslimbruderschaft in Europa handelt. Lehre: konvertieren und sich im Wissenschaftsbetrieb als Da´wa-Prediger nützlich machen (längerfristiger Erfolg allerdings nicht gesichert).
· Religiöse Propagandaschriften werden zu wissenschaftlichen Abhandlungen verklärt, wenn es sich um das Werk eines von einer britischen Universität publizierten Predigers handelt. Lehre: sich in der Oxford Universität als konvertierter Muslim zu erkennen geben, um an Pfründe zur Veröffentlichung seiner Schriften zu gelangen.
· Großzügige Aufbesserung der Finanzen einer Universität ist möglich, wenn ihr ein islamisches Predigerzentrum mit Moschee angegliedert wird. Lehre: Ausbau von Islamischen Studienzentren mit Moschee an den Universitäten des Westens.
· Die Aktivierung eines Kronprinzen zur friedlichen Islamisierung bringt der Wissenschaft Geld und der Ehefrau des Kronprinzen ein millionenschweres Rubin- und Diamantencollier. Lehre: Bereitstellung von Mitgliedern westlicher Königshäuser oder hochrangiger Regierungsmitglieder zur Propagierung des Islam, mit eventueller Konversion. Botschafter a.D. reichen nicht aus. (13)
· Unterstützung der Islamisierung durch Einführung der Scharia in Europa bringt Investmentberatern und der Deutschen Bank gute Geschäfte. Lehre: Gründung von Joint Ventures weiterer westlicher Banken mit islamischen Finanzinstitutionen zur Einführung schariakonformer Finanzierung in Europa und den USA. (14)
· Jobsuche nach dem Studium orientalischer Sprachen wird europäischen Muslimen durch saudische und iranische Petrodollars erleichtert. Lehre: baldmögliche Konversion zum Islam bereits als Student bzw. Studentin; Heirat eines muslimischen Mannes empfehlenswert. (15)
· Offene Agitation für den Islam in Europa wird mit Anerkennung durch Politik und Medien honoriert. Lehre: konvertieren und umgehend Muslimbruder werden, um in den Schutz europäischer Politik und in die Öffentlichkeit deutscher Medien zu gelangen, z.B. bei Sabine Christiansen und Thomas Gottschalk.
Fazit
Als Bürger westlicher Demokratien nicht nur den Islam dulden, sondern seine Verbreitung bejahen und sich selbst dem Islam unterwerfen und Muslim werden, öffnet der Karriere Tür&Tor. Nie mehr Hartz IV, nie mehr belastet durch Skrupel, nie mehr allein, sondern Teil der islamischen Ummah!

10. März 2007 – Link ergänzt in Anmerkung 6, 11. März 2007
Westliche Wege zu Allah

(1) What the West Can Learn From Islam. By Tariq Ramadan. The Chronicle of Higher Education, February 16, 2007
http://chronicle.com/temp/reprint.php?id=mk4phhfw6qh399ql5g4 0d24l0j9vpq99
Autres cours. Faculté des lettres
http://www.unifr.ch/imr/E40page_anglais24.htm
(2) Tariq Ramadan. Islamologue suisse. BiblioMonde
http://www.bibliomonde.com/pages/fiche-auteur.php3?id_auteur =1936
(3) Université de Fribourg, Universität Freiburg
http://www.unifr.ch/home/welcome.php
(4) St. Antony´s College. University of Oxford. European Studies. Patron The Rt Hon Lord Patten of Barnes (Chris Patten). Research Fellow Tariq Ramadan
http://www.sant.ox.ac.uk/esc/people.shtml
(5) Prof. Dr. Tariq Ramadan – 12 Jahre im Dienste des europäischen Islamismus. 19. November 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-11-19_05-29-16.html
(6) Will there always be an England ? Oxford University to become Mosqueford University. MilitantIslamMonitor.org, April 26, 2004
http://www.militantislammonitor.org/article/id/63
Islamic extremists ´infiltrate Oxbridge´. By Roya Nikkhah, Sunday Telegraph, March 11, 2007
http://www.telegraph.co.uk/news/main.jhtml?xml=/news/2007/03 /11/noxford11.xml
(7) Dr Abdullah Omar Nasseef, President , World Muslim Congress
http://www.drabdullahomarnasseef.org/pages/1/index.htm
Institut für die Geschichte der Arabisch-Islamischen Wissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
http://web.uni-frankfurt.de/fb13/igaiw/index.html
King Faisal Foundation
http://www.kff.com/english/kfip/KFIPTopicsIntro.htm
(8) East West University Chicago
http://www.eastwest.edu/east-west/index.html
(9) About the Oxford Centre for Islamic Studies. Centre Fellows
http://www.oxcis.ac.uk/about/fellows.html
Oxford Centre for Islamic Studies
http://www.oxcis.ac.uk/
(10) Dar Al Istithmar – DI
http://www.daralistithmar.com/index.php?id=home
Dr Basil Mustafa. Dar Al Istitmar
http://www.daralistithmar.com/index.php?id=dr_basil
(11) Islamic Foundation
http://www.islamic-foundation.com/
Vorwort zu Muslimsein in Europa. Untersuchung der islamischen Quellen im europäischen Kontext. Von Tariq Ramadan. Leseprobe, Amana Online, 20. Dezember 2001
http://ronsens.de/amana-online
(12) Deutscher Muslim-Funktionär vor Gericht. Von Jan-Philipp Hein. WeltOnline, 25. Februar 2007
http://www.welt.de/politik/article734965/Deutscher_Muslim-Fu nktionaer_vor_Gericht.html?print=yes
(13) Camilla´s rubies, the Saudi prince and a very peculiar protocol, thisislondon.co.uk, January 30, 2007
http://www.thisislondon.co.uk/news/article-23383620-details/ Camilla´;s+rubies,+the+Saudi+prince+and+a+very+peculiar+protocol/article.do
Dr. Wilfried Murad Hofmann. Von Silvia Horsch, M.A., al-sakina
http://www.al-sakina.de/inhalt/konversion/hofmann/hofmann.ht ml
(14) Deutsche Bank launches Shari`a mutual fund capability. Initial five funds unveiled in Dubai and Bahrain today. Press Release. Deutsche Bank, December 6, 2006
http://www.deutsche-bank.de/presse/en/content/press_releases _2006_3265.htm?month=1
(15) Silvia Horsch, M.A., al-sakina
http://www.al-sakina.de/silvia_horsch/silvia_horsch.html

Quelle:die jüdische“ 12.03.2007 14:30

Zwischen Dialog und Djihad.

Von vielen Fundamentalisten wird die Scharia mit dem Islam gleichgestellt.
Von Alfred Ellinger

Hintergrund: Muslime in Europa

netzzeitung vom 27. Sep 2006 14:32

Aus den unterschiedlichen Beziehungen zwischen Staat und Religion in den EU-Staaten folgen auch verschiedene Konzepte beim Umgang mit dem Islam. Die Netzeitung dokumentiert die Unterschiede.


Islam in Belgien anerkannt

Herkunftsländer der rund 400.000 Muslime in Belgien sind Marokko und die Türkei. Die Zahl der Moscheen beträgt 328, Imame gibt es schätzungsweise 300. Der Islam gehört in Belgien zu den vom Staat anerkannten Religionsgemeinschaften. Dies hat zur Folge, dass islamische Geistliche vom Staat bezahlt werden können. Bisher ist dies noch nicht der Fall, da das Vertretungsorgan Muslimexekutive zersplittert und zerstritten war. Das zuständige Justizministerium ordnete im vergangenen Jahr Neuwahlen zum Muslimrat an, der über die Zusammensetzung der Muslimexekutive entscheidet.

Frankreich finanziert «Rat der Muslime»

In seriösen Untersuchungen ist von 4,1 Millionen Muslimen in Frankreich die Rede, das entspricht einem Bevölkerungsanteil von acht Prozent. Die wichtigsten Herkunftsländer sind die ehemaligen Kolonien Algerien (1,5 Millionen), Marokko (eine Million), Tunesien (350.000) und Türkei (315.000). Es existieren etwa 1200 muslimische Gebetsstätten und Moscheen für Muslime, die von etwa 1500 Imamen betreut werden. Die Moschee von Paris hat über fünf Muftis die Aufsicht über etwa 150 Imame, die überwiegend vom algerischen Staat bezahlt werden. Vertretungsorgan ist der «Rat der Muslime in Frankreich», ein vom französischen Staat gelenktes Gremium. Der Muslimrat ist zuständig für muslimische Abteilungen auf Friedhöfen, Feiertage, Moscheebau und Ausbildung der Imame.

Großbritannien fördert Islamschulen

Nahezu zwei Drittel der bis zu 1,8 Millionen Muslime stammen aus Pakistan und Bangladesch. Seit 1998 können Islamschulen eröffnet werden, die auch öffentliche Förderung beanspruchen können. Inzwischen gibt es 80 private islamische Schulen. Die Zahl der Imame wird auf etwa 1.000 geschätzt, sie stammen zumeist aus den Herkunftsländern der britischen Muslime. Eine politische Interessenvertretung der muslimischen Minderheit ist der «Muslim Council of Britain», dem mehr als 250 muslimische Organisationen angehören. Daneben gibt es muslimische Parteien.

Zwei Ansprechpartner in den Niederlanden

In den Niederlanden leben rund 950.000 Muslime, davon 340.000 marokkanischer und 295.000 türkischer Herkunft. Es existieren rund 530 muslimische Organisationen. Jüngsten Studien zufolge sind nur ein Prozent der Muslime aus Marokko und sieben Prozent der türkischstämmigen Muslime organisiert. Die Zahl der Moscheen beläuft sich auf rund 450, es gibt etwa 500 islamische Geistliche. Zudem gibt es mehr als 30 Islamschulen. Ansprechpartner staatlicher Stellen sind das «Contactorgaan Moslims en Overheid», das rund 500.000 Muslime vertritt, sowie die «Contact Groep Islam», die für 115.000 Muslime, vorwiegend Aleviten und Schiiten, spricht.

Islamunterricht an Österreichs Schulen

Anders als in den meisten europäischen Ländern ist der Islam in Österreich bereits seit 1912 rechtlich anerkannt. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich, die alle Glaubensrichtungen vertritt, hat den Status einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft und darf als offizielle Vertretung der Muslime islamischen Religionsunterricht an Schulen erteilen. (epd)

SOMETHING ABOUT TARIQ RAMADAN

EU Islam made in Switzerland

Foto: libertaddigital

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Ausgabe 06/07

Das Weltwoche-Gespräch
«Wir lassen uns einschüchtern»
von Hanspeter Born

Der Historiker Efraim Karsh sieht den Hass der Islamisten auf das Abendland vor allem in einem Streben nach Weltherrschaft begründet. Der Westen solle aufhören, die Schuld für den Konflikt stets bei sich selbst zu suchen.

«Der Islam war nie eine Religion des Friedens»: Geschichtsforscher Karsh, 53. Bild: Muir Vidler

Herr Professor Karsh, wieso hassen viele Muslime Amerika?
Ich glaube nicht, dass gewöhnliche Muslime notwendigerweise Amerika hassen. Aber die Tatsache besteht, dass die Vereinigten Staaten seit sechzig Jahren die erfolgreichste und grösste Supermacht sind. Als solche stellen sie für diejenigen, die wir Islamisten nennen, das Haupthindernis dar. Sie stehen den Islamisten, welche die Botschaft Mohammeds oder des Islam über die Welt hinweg verbreiten und die weltweite Umma – muslimische Gemeinschaft – oder das Kalifat schaffen möchten, im Weg. Deshalb muss Amerika angegriffen werden.

Sie sehen also keinen Zusammenhang mit der aggressiven amerikanischen Aussenpolitik?
Ich glaube nein. Der Hass hat definitiv nichts zu tun mit der amerikanischen Nahostpolitik oder der amerikanischen Aussenpolitik generell.

Dies jedoch ist die Rechtfertigung, die von Islamisten für ihre Angriffe auf amerikanische Ziele gegeben wird.
Nicht von Bin Laden selber.

Rechtfertigte Bin Laden seine Fatwa gegen die USA nicht mit der Stationierung amerikanischer Truppen im Lande der heiligen Stätten Mekkas und Medinas?
Dies war bloss Teil der Rechtfertigung. Bin Laden spricht von der Demütigung der muslimischen Gemeinschaft nach der Zerstörung des Osmanischen Reichs – etwas, das vor achtzig Jahren geschah –, dann spricht er von der Tragödie des Verlusts von Andalusien – etwas, das 1492 geschah –, dann sieht er sich selber als Reinkarnation Mohammeds, als jener aus Mekka auszog. Bin Laden denkt in Jahrtausendzeitspannen. Für ihn besteht der Kampf für die Durchsetzung der wahren Religion in der Welt seit dem 7. Jahrhundert, und er selber betrachtet sich als den neuesten Kämpfer oder Mudschahed, der den Kampf ins Herzland des Westens trägt.

In Ihrem Buch schreiben Sie, die Geburt des Islam sei untrennbar mit Imperialismus gekoppelt und dieser imperiale Traum lebe fort.
Sicher. Mohammed war im Gegensatz zu Jesus nicht nur ein Prediger und Prophet, er war ein Politiker, er war ein Krieger und der Führer einer Gemeinschaft. Nachdem er von Mekka nach Medina gezogen war, im Jahre 622 – dem Jahr, das die Muslime als den Anfang ihrer Zeitrechnung betrachten –, verbrachte er die letzten zehn Jahre seines Lebens damit, seine Feinde zu bekämpfen und seinen Herrschaftsbereich auszudehnen. Er errichtete eine muslimische Gemeinschaft, die sich ständig weiter verbreiten sollte, damit die wahre Religion immer weitere Kreise erfassen würde. Dieser Kurs wurde von Mohammeds Nachfolgern fortgesetzt. Zehn Jahre nach Mohammeds Tod besassen die Muslime bereits ein riesiges Reich, das den grössten Teil des Nahen Ostens und Nordafrikas umfasste. Nachher besetzten sie wichtige Teile Indiens und Spaniens.

Das war vor mehr als tausend Jahren, und das letzte muslimische Reich, das Osmanische, zerbrach nach dem Ersten Weltkrieg.
Ja, aber in den 1200 Jahren zwischen dem 7. Jahrhundert und dem Zusammenbruch des Osmanischen Reichs 1918 standen der Nahe Osten und grosse Teile Europas und Asiens unter islamischer Herrschaft, und diese islamischen Reiche basierten alle auf islamischen Prinzipien. Es gab keine Trennung zwischen Kirche und Staat; die Muslime waren die herrschende Elite und die andern ihre Untertanen. Gewiss, das Reich wurde vor achtzig Jahren zerstört, aber das Erbe ist geblieben, und der Traum einer Wiedererrichtung dieser Ordnung verschwand nie. Unmittelbar nach dem Untergang des Osmanischen Reiches tauchten zwei parallele islamische Träume auf. Der eine, begrenztere, war der Panarabismus oder der arabische Nationalismus, der nach der Schaffung eines vereinigten Reiches auf dem Gebiete des Nahen Ostens trachtete, welches in jedem Fall ein islamisches, allerdings ein arabisch-islamisches Reich gewesen wäre. Der andere Traum, der ein islamisches Reich neu aufleben lassen wollte, wurde von Gruppen wie den Muslimbrüdern und andern vertreten. Mit der Gründung der Islamischen Republik Iran 1979 trat ein Staat auf den Plan, der ganz offen die Beherrschung der Welt anstrebt. Dies führte zum Krieg zwischen dem Iran und dem Irak mit Millionenverlusten, welcher den Iran eine Zeitlang schwächte. Bald einmal jedoch nahmen die Iraner ihre ehrgeizigen Bestrebungen wieder auf, wobei ihr Anspruch auf Nuklearwaffen eine Rolle spielt.

In Ihrem Buch beschreiben Sie, wie alle bisherigen islamischen Reiche an internen und externen Rivalitäten zugrunde gingen. Könnte dies mit den Islamisten heutiger Tage nicht wieder passieren?
Dies geschieht heute im Irak, wo Muslime Muslime töten – sie töten zwar gelegentlich auch amerikanische Soldaten, doch Aberdutzende und Aberdutzende von Muslimen werden von Muslimen umgebracht. Dasselbe gilt für Algerien oder den Sudan, wo Hunderttausende von Muslimen von Muslimen getötet worden sind. Mohammed schuf das Prinzip muslimischer Solidarität, eine ideologisch und politisch sehr wichtige Vorschrift, weil die Loyalität zum Islam an die Stelle von Blutverwandtschaften und anderen Bindungen zu Stämmen oder Clans treten sollte. Es ist Muslimen untersagt, gegen andere Muslime zu kämpfen, weil ihre Aufgabe sein sollte, sogenannte Ungläubige zu töten. In Tat und Wahrheit begannen die Muslime schon kurz nach Mohammeds Tod einander zu bekämpfen. Im Laufe der Geschichte sind viel mehr Muslime durch Muslime umgekommen als durch Christen.

In der Theorie allerdings stehen sich das Haus des Islam und das Haus des Kriegs von jeher feindlich gegenüber. Die Islamisten führen gerne die Kreuzzüge ins Feld, wenn sie von der Bedrohung ihres Glaubens durch die USA und deren Verbündete reden.
Dies ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts, ein politisches Instrument der Islamisten. Als die Kreuzzüge stattfanden, waren sich die meisten Muslime gar nicht bewusst, dass es so etwas gab. Zwar kam es am Anfang der Kreuzzüge, als die Kreuzfahrer Palästina und Jerusalem besetzten, zu einigen Massakern und Kämpfen, aber dann liessen sich die Kreuzfahrer nieder, gründeten Königreiche in der Levante und lebten sich dort ein. Sie kollaborierten mit den Muslimen, und es gibt unzählige Episoden von muslimischen Herrschern, die mit christlichen Herrschern gegen andere muslimische Herrscher zusammenspannten, und von christlichen Herrschern, die sich mit muslimischen Herrschern gegen christliche Herrscher vereinigten. Unter lokalen Imperialisten gab es eine Interessenübereinstimmung, gegenüber der die Religion in den Hintergrund trat. Im 20. Jahrhundert haben Islamisten – und Panarabisten vor ihnen – einen Mythos erfunden, wonach die Kreuzzüge einen vereinigten Einfall Europas ins vereinigte Haus des Islam darstellten – was nicht der Sicht entspricht, welche die Zeitgenossen hatten. Es stimmt, dass die Kreuzritter Jerusalem den Muslimen wegnahmen. Ja und? Jerusalem war keine grössere Stadt, es war für die damaligen islamischen Regime nicht wichtig. Bagdad war die Hauptstadt des Reichs, Mekka und Medina waren die heiligen Stätten – Jerusalem war in der islamischen Weltordnung eine zweitrangige marginale Stadt. Bevor Jerusalem muslimisch wurde, war es jüdisch und dann römisch. Weshalb also das Getue?

Wieso ist der Islamismus so aggressiv geworden, und wieso hat er derartig Auftrieb?
Der Islam ist das organisierende Prinzip im Nahen Osten seit dem 7. Jahrhundert. Die imperiale Ordnung stützte sich immer auf die Religion. Historisch gab es im Nahen Osten nie einen Nationalismus. Die Menschen haben sich nicht als Araber gefühlt. Der Panarabismus ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts, die von gewissen Eliten gemacht wurde, um ihre eigenen Zwecke zu verfolgen. Der Islam, der dominierende Faktor während 1400 Jahren, wurde vorübergehend in den Hintergrund gedrückt, aber ist dann wieder hervorgetreten. Die Leute im Nahen Osten sind immer noch auf eine Weise fromm, wie es die Europäer in den letzten beiden Jahrhunderten nicht mehr gewesen sind. Deshalb würde ich sagen, dass die Schaffung sogenannt weltlicher Regime wie der Baath-Partei im Irak oder Syrien eine Abweichung waren. Der Islamismus geht dem Volk viel näher als diese Regime. Sehen Sie doch, was im Irak geschah. Als Saddam Hussein unter Druck geriet, begann er sich plötzlich als guter Muslim zu gebärden und setzte den Satz «Allah ist gross» auf die Flagge. Nicht Islamismus, aber der Islam bleibt das organisierende Prinzip, es sei denn, es komme zu fundamentalen Reformen in den Gesellschaften des Nahen Ostens – was ich allerdings nicht erwarte.

Nun gibt es Leute, die behaupten, diese Reform werde kommen und sie werde wahrscheinlich von den Muslimen in Europa ausgehen. Ich glaube, der Schweizer Islamgelehrte Tariq Ramadan behauptet solches.
Diese Leute sind schlau, und sie reden doppelzüngig. Geschähe dies wirklich, wäre dies begrüssenswert. Aber ich glaube, das genaue Gegenteil passiert. Die Muslime in Europa haben ihre Lebensart und ihre Traditionen mit sich genommen, und sie versuchen, diese schrittweise den Europäern aufzunötigen.

Wie stark und wie verbreitet ist Ihrer Meinung nach der Traum von einer vereinigten Umma, von einem neuen Kalifat?
Dies ist, was die Islamisten als den Sinn des Islam betrachten. Aber die gewöhnlichen Muslime wollen bloss ihrer täglichen Tätigkeit nachgehen und ein normales Leben führen. Viele haben gar keine Ahnung, dass es diesen Traum gibt. Schauen Sie, die halbe Welt ist analphabetisch. Wenn man die Lese- und Schreibfähigkeit im Nahen Osten, etwa in Ländern wie Jemen, anschaut, dann liegt die sehr tief, und dann fragt man sich: Wie gut kennen diese Leute ihre Religion?

Sie brauchen ja ihre Religion gar nicht gut zu kennen, sie brauchen bloss charismatischen Führern wie Bin Laden oder Achmadinedschad zu folgen.
Bin Laden sagt, was Mohammed sagte: Der Islam ist die wahre, universale Religion, die obsiegen soll. Das Christentum war auch so, aber es hat seinen Messianismus schon vor Jahrhunderten verloren – der Islam nicht. Die Eliten, die Erzieher, die Leute, die in den Moscheen predigen, die denken und schreiben, glauben weiterhin an dieses Ziel. Dies heisst nicht, dass es gewaltsam angestrebt werden muss, aber es muss angestrebt werden.

Jedes Mal, wenn Islamisten einen Anschlag wie in New York, Bali, Madrid oder London ausführen, beeilen sich Politiker – selbst Bush und Blair – zu beteuern, dass diese Gewalttaten das Werk einer kleinen, unrepräsentativen, fanatischen Minderheit seien. Der Islam sei eine friedfertige Religion.
Schauen Sie sich die islamische Geschichte an. Man zeige mir bitte, wo und wann der Islam friedfertig war – dann kann ich mich vielleicht dieser Meinung anschliessen. Der Islam war nie eine Religion des Friedens. Das Wort «Islam» bedeutet nicht Frieden, wie es ab und zu heisst, sondern Unterwerfung. Unterwerfung und Frieden sind nicht dasselbe. Das bedeutet nicht, dass jeder Muslim gewalttätig ist und dass man Leute in die Luft sprengen muss, um sie davon zu überzeugen, sich dem Islam anzuschliessen und den Islam zu verbreiten. Man kann dies durch Überzeugung und Bekehrung tun, durch Heirat, durch die Erzeugung vieler Kinder. Aber einige – eine Minderheit gewiss, aber eine ansehnliche Minderheit – sind gewalttätig. Als 9/11 geschah, applaudierten viele Muslime. Letztlich bleibt der Islam eine Religion, welche die Weltherrschaft anstrebt.

Was tun als Westler oder westlicher Politiker? Wie begegnet man diesem Anspruch auf Weltherrschaft?
Ich will keine politischen Rezepte geben. Damit kriegt man bloss Ärger. Aber gut: Man soll aller Leute Glauben respektieren. Aber Muslime, die nach Europa kommen und in Europa, einer westlichen Gesellschaft, einer liberalen Demokratie, leben, müssen die Spielregeln akzeptieren. Wenn du in Europa lebst, musst du dich integrieren, musst du eine westliche Form des Islam finden, die sich grundsätzlich von dem unterscheidet, was der Islam immer gewesen ist und noch immer ist. Es muss ein Islam sein, der Kirche und Staat trennt, der eine Sache des persönlichen Glaubens ist, der nicht politisch ist.

Sehen Sie Anzeichen dafür, dass dies geschieht?
Nein, ich sehe eher das Gegenteil. Als der britische Minister Jack Straw, der in seinem Wahlkreis viele Muslime hat und den Muslimen gegenüber freundlich gesinnt ist, sich gegen die totale Verschleierung der Frau aussprach, war die Reaktion in der britischen muslimischen Gemeinde äusserst heftig.

Wie im Fall der dänischen Mohammed-Karikaturen sagen die Muslime, auch bei der Verschleierung gehe es darum, dass der Westen ihre Religion und ihre Traditionen respektiere.
Natürlich soll man dem Propheten Mohammed Respekt erweisen. Aber die Muslime müssen akzeptieren, dass nicht alles, was sie als Respektlosigkeit betrachten, Respektlosigkeit ist. 99 Prozent der Muslime, die vor einem Jahr auf die Strasse gingen, randalierten, Sachschaden anrichteten und sogar töteten, hatten die Karikaturen nie gesehen, wussten nicht, wo Dänemark liegt, und hatten keine Ahnung, worum es wirklich ging. Ihnen wurde gesagt, dass der Prophet verleumdet worden sei, und dann wurden sie von ihren Führern auf die Strasse geschickt, um Krawall zu machen. Nehmen Sie Syrien. Dies ist ein Land, wo vor zwanzig Jahren der Vater des gegenwärtigen Präsidenten Zehntausende von muslimischen Aktivisten umbrachte und die Stadt Hama, ihre Hochburg, dem Erdboden gleichmachte. Jetzt wollen Sie mir sagen, dass das weltliche syrische Regime sich auch nur im Entferntesten um diese Karikaturen schert? Das Regime schickte die Leute auf die Strasse, um von den eigenen Problemen abzulenken.

Und um den Westen einzuschüchtern?
Natürlich. Und wir lassen uns einschüchtern.

Und wenn der Papst eine Vorlesung über Vernunft und Glauben hält, muss er sich nachher entschuldigen?
Genau. Wenn Sie die Rede des Papstes ganz lesen – was die wenigsten getan haben –, sehen Sie, dass er westliche christliche Werte viel stärker kritisierte als den Islam. In der Rede gab es einen einzigen Satz, der den Dschihad als unmoralisch bezeichnete. Was ist derDschihad? Der Dschihad ist die gewaltsame Verbreitung der Religion.

Muslime betonen immer wieder, Dschihad bedeute nicht Krieg, sondern eine innere Anstrengung.
Das sagt man uns. Dschihad bedeutet Anstrengung oder Kampf, und eine Interpretation des Wortes ist «Kampf um Selbstverbesserung». Aber dies ist nicht, was Muslime meinen, wenn sie von Dschihad reden. Als das Osmanische Reich die Muslime auf der ganzen Welt aufforderte, in den Dschihad gegen England, Frankreich und Russland zu ziehen, dann hiess dies nicht, sie sollten in ihrem Kämmerchen den Koran studieren, sondern, dass sie kämpfen sollten. Als zum Dschihad gegen die Sowjets in Afghanistan aufgerufen wurde, dann bedeutete dies: Geht und tötet sie! Wenn Apologeten behaupten, der Dschihad sei nicht Krieg, dann ist dies Unsinn, der dazu dient, den Westen zu täuschen.

Wieso üben Ideen wie der Dschihad auf junge, in Grossbritannien aufgewachsene Muslime eine derartige Anziehungskraft aus?
Weil sie nicht genügend assimiliert worden sind. Hier liegt das Problem. Wären sie genügend assimiliert worden und hätte sich der europäische Islam gewandelt und reformiert, würden diese jungen Leute nicht über die Umma nachdenken, und es käme ihnen nie in den Sinn, Ungläubigen den Islam aufzunötigen. Vielmehr würden sie ihren Glauben privat praktizieren, beten und gute Taten vollbringen.

Wenn Bernard Lewis sagt, am Ende des Jahrhunderts werde Europa wahrscheinlich muslimisch sein, hat er recht, oder liegt er völlig falsch?
Ich glaube nicht, dass er völlig falsch liegt. Natürlich hängt es davon, was Europa macht. Aber wenn die Europäer nicht aufwachen, wird dies passieren. Nicht unbedingt durch Gewalt, sondern durch Einwanderung, Bekehrung und gelegentlich auch Einschüchterung. Heute nehmen die Muslime die Karikaturen zum Anlass, morgen werden es Fernsehsendungen, Filme oder Kleiderordnungen sein, an denen sie Anstoss nehmen. Als Gaza unter israelischer Besatzung war, existierte dort ein weltlicher Freiraum – ein nicht allzu grosser, weil alle diese Gesellschaften religiös sind. Aber als Israel abzog und Arafat kam, der der Hamas freien Lauf liess, begannen sie Kinos und Videoläden niederzubrennen.

Geben wir im Westen zu leicht nach, wenn die Muslime etwas fordern? Herrscht so etwas wie ein Geist des Appeasement?
Ja, es gibt einen Geist des Appeasement. Aber man kann nur zum Teil von Beschwichtigung reden. Es handelt sich auch darum, dass die Leute in Europa sich nicht bewusst sind, welcher Art von Bedrohung sie gegenüberstehen. Wenn man ihnen weismacht, der Dschihad sei etwas Friedliches, dann glauben sie es. Sie wissen nicht, welcher wirklichen Herausforderung sie begegnen müssen, und viele wollen es nicht wissen. Wenn man weiss, dass man bedroht ist, muss man etwas unternehmen. So ziehen es die Leute vor, in Unwissenheit zu leben und nichts zu tun.

Vogel-Strauss-Politik?
Ja. Bis die Sache früher oder später explodiert.

Es gibt ernsthafte Politiker, die das Palästinaproblem als zentrales Anliegen der Muslime sehen und die behaupten, eine gerechte Zweistaatenlösung würde den Islamisten den Wind aus den Segeln nehmen.
Dies ist Unsinn. Die Israelis waren schon vor siebzig Jahren für eine Zweistaatenlösung. Die Araber wollten dies nicht und zogen gegen Israel in den Krieg. Sie verloren den Krieg. Dann verloren sie weitere Kriege. 1967 besetzte Israel die Westbank und Gaza. Schrittweise kam es zum Oslo-Abkommen von 1993 mit einer vorgesehenen Zweistaatenlösung. Barak bot Arafat in Camp David (2000) einen Staat an – vielleicht nicht 100 Prozent der Westbank, aber man hätte ja weiter verhandeln können. Die Hamas will keine Zweistaatenlösung. Die Fatah spricht von einer Zweistaatenlösung auf Englisch und von einer Einstaatenlösung auf Arabisch, was die Vernichtung Israels bedeuten würde. Ich selber bin seit Jahrzehnten für die Zweistaatenlösung, und auch die meisten Israelis würden sie mit Freude akzeptieren, wenn die Palästinenser einverstanden wären. Aber sie wird das Problem nicht lösen.

Wieso gewinnen die Muslime den Propagandakrieg in Europa? Wieso nahm im Libanonkonflikt eine Mehrheit der Europäer gegen Israel Partei, und wieso glaubt eine Mehrheit der Europäer, Israel unterdrücke die Palästinenser?
Ganz einfach: weil Israel ein jüdischer Staat ist. Machen wir uns nichts vor! Es handelt sich hier um eine Fortsetzung der alten Obsession mit den Juden. Niemand kümmert sich auch nur einen Deut um die Palästinenser. Die Araber haben sich nie um die Palästinenser gekümmert.

Immerhin ist verständlich, wenn sich die europäische Öffentlichkeit empörte, als im Libanonkrieg zahlreiche Frauen und Kinder durch israelische Bomben ums Leben kamen.
Es war Krieg, und etwa tausend Menschen starben. Dies ist im Vergleich zu andern Kriegen keine hohe Opferzahl.

Aber es waren hauptsächlich Zivilisten, die umkamen.
Natürlich waren es hauptsächlich Zivilisten, weil die Hisbollah aus Zivilisten besteht. Es ist keine Armee, es sind Terroristen, die sich in der Zivilbevölkerung verstecken. Ungefähr sechshundert bis siebenhundert Hisbollah-Kämpfer oder wie immer Sie sie nennen wollen, wurden getötet.

Wieso denn war die allgemeine Auffassung in Europa, dass Israels Antwort auf die Provokationen der Hisbollah disproportioniert sei?
Weil die Europäer den Juden gegenüber unfair sind. Sie sind immer unfair gewesen. Seit der Zeit der Römer haben sie Juden umgebracht. Was ist neu daran? Kurz nach dem Ende des Holocaust wurden in Polen bereits wieder Juden in Pogromen getötet. Wer kümmert sich um das Los der Palästinenser? Den Palästinensern geht es vergleichsweise zehnmal besser als dem Rest der Welt. Und überhaupt endete die israelische Besatzung 1996.

Israel ist immer wieder militärisch in die Territorien eingedrungen. Man erinnert sich an die Aktion in Jenin, die von vielen Medien als Massaker beschrieben wurde.
Was für ein Massaker? Es gab überhaupt kein Massaker. Im Verlaufe von heftigen Kämpfen wurden zwanzig Zivilisten getötet. Die Amerikaner oder Briten töten bei ihren Aktionen im Irak Tausende von Leuten an einem Tag, wie in Falludscha. König Hussein von Jordanien tötete 10000 Palästinenser in einer Woche. In der Intifada von 1987 bis 1990 wurden mehr Palästinenser von Palästinensern getötet als von Israel. Auch heute noch bringen sie sich gegenseitig um. Und wen schert es? Die Israelis geben sich jede Mühe, um unschuldige Opfer zu vermeiden. Die Israelis töten ein Minimum, während die Palästinenser das Maximum von Juden töten, das möglich ist. Wenn sie könnten, würden sie alle Juden umbringen. Trotzdem verurteilt die Welt die Israelis. Wieso? Weil die Juden die Unterdrücker, die Blutsauger sind.

(c) 2007 by Die Weltwoche, Zürich – E-mail: webmaster@weltwoche.ch

via anaximander (merci vielmals)

Interview mit Tariq Ramadan: «Sie sind ein arroganter Mensch»

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Aus Ausgabe 47/06 | Das Weltwoche-Gespräch

Hanspeter Born und Eugen Sorg

Was ein kontroverser Dialog mit dem islamistischen Autor hätte werden sollen, geriet zum Fiasko.

Wir freuten uns auf ein anregendes, kontroverses zweites Gespräch mit dem islamistischen Autor und Prediger Tariq Ramadan. Das erste hatte zwei Wochen zuvor stattgefunden, und nachdem wir es nochmals abgehört hatten, waren wir etwas unzufrieden – mit uns selbst und mit Ramadan. Wir hatten über Islam und Terror gesprochen, über den Irak, die Rückständigkeit der arabischen Welt, die Uno, universale Werte, Meinungsfreiheit, Kopftücher. Nun hatten wir das Gefühl, unsere Fragen seien zu allgemein und zu erwartbar gewesen. Und seine Antworten zu routiniert, zu glitschig, zu vieldeutig – ohne dass wir ihn zu mehr Klarheit gedrängt hätten.

Diesmal wollten wir es besser machen. Wir wollten konkreter sein, härter, persönlicher, Schaumrhetorik und verbale Hütchenspiele möglichst stoppen. Wir wollten wissen, wie Ramadan sich zu folgenden Fragen und Aussagen stellt: In den Augen der meisten Muslime ist der Westen moralisch minderwertig. Toleranz ist ein Zeichen von Dekadenz. Die islamischen Gesetze der Scharia verlangen die Todesstrafe u.a. für Homosexuelle, Ehebrecherinnen, Atheisten, vom islamischen Glauben Abgefallene etc. Angenommen, R.s Tochter geht im Bikini ins Schwimmbad, will mit dem Freund zusammenziehen, Freund ist Atheist; R.s Sohn verkündet den Eltern, dass er schwul sei und dies auch auslebe: Was macht R.?

Im Islam zentral sind Gerechtigkeit und Gesetz, aber er hat keinen Begriff von Freiheit oder autonomem Subjekt. Der Islam ist kein Humanismus. Es ist bezeichnend, dass gegen Schriftsteller Rushdie damals eine Fatwa ausgesprochen wurde, nicht aber gegen Osama Bin Laden, Zarqawi oder ähnliche Verbrecher. Der Koran ist Menschenwerk, der Prophet war ein erfolgreicher Warlord. Der rundum trostlose Zustand der arabischen Welt hat mit dem Verbot von Islamkritik zu tun. Der Prophet erlaubt dem Gläubigen die Taqiya, das heisst die Verstellung und die Lüge, wenn er unter Ungläubigen lebt: Wie können wir R. glauben, was er uns sagt?

Tariq Ramadan hatte uns in ein Café im Genfer Flughafen bestellt, wo er wie beim ersten Mal mit vierzig Minuten Verspätung eintraf. Das darauf stattfindende Gespräch war nicht gerade ein Musterbeispiel für einen gelungenen interkulturellen Dialog. Es war vielmehr ein Fiasko. Wir scheiterten vollkommen, und die Begegnung endete damit, dass Ramadan nach fünfzehn Minuten wieder aufstand und wütend enteilte. Die meisten unserer Fragen blieben ungestellt.

    Born: Sie werden zitiert mit der Aussage, der Westen sei dekadent.
    Nein, ich habe dies nie so geäussert, nie. Lesen Sie meine Bücher, zum Beispiel «Der Islam und der Westen und die Herausforderungen der Moderne». Ich sage genau das Gegenteil. Neulich sass ich mit einem Scheich, einem islamischen Gelehrten, in einer ägyptischen Moschee. Er sagte zu den anwesenden Gläubigen, die Westler würden sich wie Hunde benehmen. Nach der Vorlesung meinte ich zu ihm, eine solche Aussage sei nicht tolerierbar, weil ich selber in der Schweiz lebe, und dort würden sie nicht wie Hunde agieren. Dies sei eine falsche Wahrnehmung des Westens. Also, philosophisch gesprochen, bin ich gegen die Rede von der Dekadenz. Sie sind ein westlicher Bürger, und Sie kritisieren die Exzesse, die Masslosigkeiten des Westens. Ich bin wie Sie.Born: Herr Ramadan, was mögen Sie nicht am Westen?
    Die Exzesse.Born: Welche Exzesse?
    Zum Beispiel, dies ist meine jetzige Wahrnehmung, die Besessenheit vom Konsumismus. Tatsache ist, dass wir die Ethik verlieren, wenn wir auf diesem Weg weiterfahren. Die Besessenheit mit unseren Rechten ist etwas… Ich sage, dass die universale Erklärung der Menschenrechte respektiert werden muss. Gleichzeitig sage ich meinen Mitbürgern, seid vorsichtig, vergesst nicht Pflichten und Verantwortung, wenn ihr eure Rechte einfordert – die Verantwortung gegenüber den anderen Mitbürgern, gegenüber der Schöpfung, sogar gegenüber den Tieren. Dieser ethische Gesichtspunkt ist sehr wichtig für mich. Ich sage, im Westen stehen wir Herausforderungen und verschiedensten Exzessen gegenüber, und wir müssen unseren kritischen Verstand auf verschiedenste Weise benutzen. Dies tue ich. Der französische Publizist Alain Grèche sagte einmal: «Ich bin kritischer gegenüber dem Westen als Tariq Ramadan, aber niemand fragt mich deswegen nach meiner Zugehörigkeit.» Also, dies ist der eigentliche Kern Ihrer Frage: Um zu beweisen, dass ich ein Bürger des Westens bin, muss ich blind sein und schweigen.Born: Nein, nein… (wird unterbrochen).
    Ich bin kritisch, jawohl, aber nie sagte ich, der Westen sei verloren.Born: Würde es Sie mit Befriedigung erfüllen, wenn in hundert Jahren der Westen islamisch wäre?
    Niemals. Ich träumte nie von einem islamischen Europa.Born: Warum nicht? Jede Religion will… (wird unterbrochen).
    Nein. Wenn Gott es gewollt hätte, wären wir jetzt eine einzige Gemeinschaft. Christen, Juden, sogar Atheisten und Agnostiker.Born: Sie wollen nicht, dass der Islam die dominante Religion in der Welt ist?
    (Leise) Ich will dies nicht, nein. Wissen Sie, was ich den Muslimen sage? Es ist besser, in der Minderheit zu sein als in der Mehrheit. Weil in jedem diese Versuchung lauert, den anderen zu unterdrücken. Mein Kampf geht nicht um Macht, er geht um Werte. Sagen Sie nicht, ich betreibe Double Talk, ich sei doppelzüngig. Lesen Sie meine Bücher.Sorg: Was ist islamisch an Ihrem Denken? Sie reden von universalen Menschenrechten. Dies ist ein westliches Konzept, ein Konzept der europäischen Aufklärung.
    (Leise, scharf) Total falsch. Wer hat Ihnen das gesagt?Sorg: Es steht in den Büchern. Aufklärung ist ein europäisches, postreligiöses Projekt.
    Falsch. Al-Farabi sprach von universalen Rechten. Kennen Sie Al-Farabi?Sorg: Wer?
    14.Jahrhundert. Sie unterstellen mir Ihre eigene Ignoranz. Dies ist Double Talk. (Al-Farabi wurde im 9.Jahrhundert geboren. Die Red.)Sorg: In vielen muslimischen Ländern würden Sie getötet, würden Sie von universalen Rechten sprechen.
    Ich werde nicht getötet in muslimischen Ländern. Wer sagte Ihnen das?Sorg: Man kann es jeden Tag in den Zeitungen lesen. In Saudi-Arabien kann man wegen des Besitzes einer Bibel hingerichtet werden.
    Ich bin kritischer gegenüber muslimischen Ländern, als Sie jemals sein werden. Wo waren Sie und Ihre Zeitung, als Saudi-Arabiens König Fahd in die Schweiz kam? Nirgendwo. Wissen Sie warum? Geld.Sorg: Geld?
    Weil er mit Geld kam – mit 46 Millionen Franken.Born: Haben Sie protestiert?
    Ich habe einen Artikel geschrieben. Dass sie die Werte nicht respektieren.Sorg: Welche Werte?
    Die universalen Werte der Menschenrechte. Welche nicht Ihnen gehören. Sie haben nie islamische Philosophie studiert. Was wissen Sie über Al-Farabi, was wissen Sie über Averroës? Und Sie wollen mir erzählen, dass…Sorg: Von Averroës weiss ich, dass auch er heute in islamischen Ländern umgebracht würde. (Averroës, islamischer Philosoph, 12.Jahrhundert, starb im Exil, seine Schriften wurden von der damaligen islamischen Nomenklatura verbrannt. Die Red.)
    Was soll diese Diskussion? Was ist der Punkt? Ich spreche nicht über die heutige Realität. Ich spreche über universale Werte.Sorg: Es begann in Europa mit Descartes… (wird unterbrochen).
    Sie wissen nichts über chinesische Philosophie, nichts über islamische Philosophie. Diese Ignoranz macht Sie arrogant.Sorg: Aber wir sprechen über aktuelle Politik…
    (Laut, wütend) Sie sind arrogant. Sie sprechen nicht über aktuelle Politik. Sie sprechen über universale Werte.Born: Lasst uns über Freiheit sprechen, über die westlichen Werte… (versucht zu glätten).Sorg: (Trotzig) …der Islam steht im Gegensatz zum Humanismus…
    (Schneidend) Stopp, stopp, stopp mit dieser Diskussion…Sorg: Warum?
    …und unterstehen Sie sich, über den Islam… Was soll das? Wie viele Muslime kennen Sie? Was haben Sie über den Islam gelesen? Sie sind ein arroganter Mensch. Ein Muslim wie Al-Farabi ist toleranter als Sie.Sorg: Vor wie vielen Jahrhunderten lebte er?
    Was soll das? Jetzt bin ich toleranter als Sie. Ich sage nicht, das Christentum ist so oder so…Sorg: Ich sprach nicht vom Christentum. Ich sprach von der Aufklärung, welche ein europäisches, religionskritisches…
    (Scharf) Es gibt also keine islamische Aufklärung? Nennen Sie mir drei islamische Philosophen, bitte…Sorg: Die drei bekanntesten sind… (wird unterbrochen).
    (Noch schärfer) …bitte, nennen Sie mir, ausser Averroës…Sorg: Ich will Sie etwas fragen…
    …nennen Sie mir drei. Sie sind ein arroganter Mensch.Sorg: Danke. Das sagen Sie mir zum fünften Mal.Born: Nein, entschuldigen Sie…
    (Steht auf) Ich will nicht, ich habe nichts zu tun mit diesem Kerl. Fertig. Diese Diskussion ist beendet.Born: Nein, nein, nein…Sorg: (Lauter als sonst) Sie laufen davon. Ist dies Ihr Konzept von Dialog? Ich sagte, Islam und Humanismus sind Gegensätze. Beweisen Sie mir das Gegenteil.
    (Zu Born gewandt, immer noch stehend, sehr wütend) Sie kamen mit diesem Kerl… Sie hören nicht auf meine Antworten… (Grosses Durcheinander, Ramadan drückt Sorgs Visitenkarte in Borns Brusttasche, sehr, sehr wütend, und verlässt das Lokal schimpfend.) …arrogant… unhöflich… (Verschwindet in der Menge der Passanten, ohne sich noch einmal umzudrehen.)Sorg: (Leicht geknickt, zu sich selbst) Der ist sich das nicht gewohnt.

(c) 2006 by Die Weltwoche, Zürich – E-mail: webmaster@weltwoche.ch

Tariq Ramadan und der Kampf der Kulturen

von Ralph Ghadban, mit einer Einleitung von Johannes Kandel via FES

Tariq Ramadan, so schreibt Johannes Kandel in seiner Einleitung zu dem Text „Tariq Ramadan und der Kampf der Kulturen“ von Ralph Ghadban, ist eine schillernde Figur: Geboren 1962 in der Schweiz, wo sein Vater, Said Ramadan, seit 1954 im Exil leben musste, da er von der ägyptischen Regierung verfolgt worden war. Sein Großvater väterlicherseits ist der legendäre Gründer der islamistischen Muslim-Bruderschaft, Hassan al-Banna, der 1949 ermordet wurde. Hassan al-Banna vertrat stets radikale antizionistische und antisemitische Positionen, von denen sich sein Enkel heute öffentlich distanziert.

Tariq Ramadan gilt seit Veröffentlichung seiner Bücher „Muslim Sein in Europa“ und „Der Islam und der Westen“ vor allem in Kreisen muslimischer Intellektueller als Hoffnungsträger und Vermittler zwischen Islam und europäischer Kultur. Er wird als „Islam-Reformer“ gefeiert, gleichwohl mehren sich die Stimmen, die ihn eher als „aufgeklärten Euro-Islamisten“ bezeichnen, der, so Johannes Kandel, „listig eine dialogische und intellektuell ansprechende Variante von Islamismus in den Islam-Diskurs einbringt und auf diese Weise die ‚Islamisierung’ Europas durch die Hintertür“ bezwecke.

Johannes Kandel hält in seinem Vorwort fest, wer sich Ramadans Bücher genauer anschaue und analysiere, auf welche islamischen Quellen er sich stützt und welche er auslässt, dem erscheine Ramadans „Reformimpuls“ in einem anderen Licht. Es blieben viele Fragen offen, z.B. die nach der Akzeptanz des säkularen Staates. Genau diesen analytischen und empirischen Blick auf die Positionen Tariq Ramadans wirft Ralph Ghadban in seinem hier vorliegenden Text. Als Hauptkritikpunkt führt Ralph Ghadban an, dass Tariq Ramadan einen grundsätzlichen Unterschied zwischen „dem Westen“ und „dem Orient“ behauptet, eine kulturelle Differenz, deren entscheidendes Unterscheidungsmerkmal in der Religion begründet liege.

Ghadban analysiert das Bild des Christentums bei Ramadan und vor allem dessen Islamverständnis. Beiden Lesarten stellt Ghadban kenntnis- und detailreich in philosophischen, religions- und kulturtheoretischen Exkursen andere Deutungen entgegen. Insbesondere lässt er die islamische Theologie- und Philosophiegeschichte Revue passieren, um veranschaulichen zu können, welche Entwicklungen der „geistigen islamischen Geschichte“ Ramadan aus welchen Gründen und mit welchen Zielen ausblendet.

Sie können den Text von Ralph Ghadban und die Einleitung von Johannes Kandel als PDF-Datei (16 Seiten) aufrufen und herunterladen.

Freitag, März 17, 2006 Berlin an der Humboldt Uni

Tariq Ramadan: „Wir bekommen die Muslime, die wir verdienen“

posted by c. sydow via al sharq

Tariq Ramadan, der wohl bekannteste und umstrittenste islamische Gelehrte und Intellektuelle Europas, hat gestern an der Berliner Humboldt-Universität in einem Vortrag unter dem Titel „Muslim Rennaissance through European Islam“ seine Vorstellungen von der Entwicklung des Islam in Europa einerseits und in den islamischen Mehrheitsgesellschaften Afrikas und Asiens andererseits, dargelegt.

Vor etwa 250 Zuhörern stellte der Schweizer zunächst klar, dass es nur einen Islam gebe, dessen Prinzipien und Säulen für jeden Muslim gelten. Innerhalb des Islam gebe es aber mindestens sechs verschiedene Lesarten der heiligen Schriften Koran und Sunna (Überlieferung der Handlungen und Aussprüche des Propheten Muhammad). Ramadan nannte die traditionalistische, die rationalistische, die sufistische, die salafitische, die reformistische und die politische Lesart. Diese Vielzahl an verschiedenen Lesarten mache die für viele Nichtmuslime unverständliche Diversität des Islam aus.
Der Islam hat, so Ramadan weiter, überall wo er sich ausgebreitet hat, Elemente der in den Ländern herrschenden jeweiligen Kultur in sich aufgenommen. So übernahmen Muslime im Senegal Elemente der senegalesischen Kultur oder iranische Muslime Elemente der iranischen Kultur. Beide Muslime haben die gleiche Religion aber eine andere Kultur. Ebenso werde der Islam in Europa in Zukunft verstärkt Elemente der europäischen Kulturen in sich aufnehmen.
Muslime, die in Europa aufwachsen, werden im Kontext der europäischen Gesellschaften den Koran anders lesen als Muslime im Nahen Osten oder Nordafrika. Sie werden, so der 43-Jährige gestern weiter, andere Antworten auf ihre Fragen finden als ihre Glaubensbrüder in den islamischen Mehrheitsgesellschaften. Diese neuen Antworten werden im Zeitalter der neuen Medien auch ihren Weg in diese Länder finden und einen Diskussionsprozess anstoßen.
Die in jüngster Zeit an Muslime gerichtete Frage: „Definierst du dich in erster Linie als Muslim oder als Deutscher?“, sei eine Falle, erklärte Ramadan. Sie sei in erster Linie Sinnbild einer Identitätskrise der Europäer.

Für eine erfolgreiche Integration in Europa sei es für die Muslime notwendig die Kultur ihrer Herkunftsländer hinter sich zu lassen. So müsse ein in Deutschland lebender Türke seine islamische Religion von der türkischen Kultur trennen, um ein muslimischer Deutscher werden zu können. Wörtlich erklärte Ramadan: „Alles, was der europäischen Kultur widerspricht, muss abgelegt werden.“ Wichtig für diesen Schritt sei es aber, die Prinzipien des Islam zu kennen um kritisch mit seiner Kultur umgehen zu können. So müsse ein Muslim wissen, dass Zwangsheiraten und häusliche Gewalt Teil der türkischen Kultur, nicht aber Teil des Islam seien. Viel zu oft würden diese kulturellen Praktiken im Namen des Islam durchgeführt. Der Koranvers, der das Schlagen von Frauen erlaubt, sei im Kontext der 23-jährigen Offenbarung des Koran zu sehen, an deren Ende Gott schließlich erklärt habe zwischen Mann und Frau gebe es nichts als Liebe.
Entschieden wandte sich Tariq Ramadan, der 2004 von Universität Notre Dame in Indiana zum Professor berufen wurde, diese Stelle aber nicht antreten durfte, weil ihm das US-Heimatschutzministerium das Visum entzog, gegen das häufig von Islamisten propagierte dualistische Weltbild, das die Welt in „Dar al-Islam“ (Haus des Islam) und „Dar al-Harb“ (Haus des Krieges) einteilt. Ramadan setzt diesem das Konzept des „Dar al-Shahada“ (Haus des Zeugnisses) entgegen – eine Welt in der jeder, gleich ob Muslim, Christ oder Atheist nach seinen Vorstellungen und Überzeugungen leben könne. Weder der Westen noch der Islam seien monolithische Blöcke.

Die Prinzipien der Demokratie nannte Ramadan, Enkelsohn von Hassan al-Banna, dem Gründer der Muslimbrüder, universell. Das demokratische Staatskonzept stehe keinesfalls im Widerspruch zu islamischen Prinzipien. Die islamischen Staaten werden diese Prinzipien in Zukunft schrittweise übernehmen, auch wenn das Demokratiemodell dann anders aussehen könnte als im Westen.
Weiter forderte Ramadan einen Islam-Unterricht nach dem Vorbild des Unterrichts an westlichen Schulen. „In Europa wird den Kindern beigebracht Fragen zu stellen, in islamischen Schulen wird den Kindern beigebracht zu gehorchen.“ Auch die Vorschriften des Imams müssten kritisch hinterfragt werden. Daher müsse der Islam-Unterricht in Europa an staatlichen Schulen stattfinden. Mit einer bloßen Nachahmung dessen, was der Lehrer sagt, wie an den Koranschulen üblich, sei man im Westen verloren.
Der Konflikt um die Muhammad-Karikaturen habe erstmals die negativen Auswirkungen des europäischen Islam auf die islamische Welt gezeigt. Radikale Gruppen in den islamischen Mehrheitsgesellschaften hätten den Konflikt ebenso ausgenutzt wie die rechten Parteien Europas. Dieses Beispiel mache deutlich, dass Probleme mit europäischen Muslimen auch in Europa gelöst werden müssen. Das in der Folge des Streits wieder ins Spiel gebrachte Konzept des „Clash of Civilisations“ wies der Doktor der Philosophie und der Islamwissenschaft zurück. Angesichts des Widerspruchs den die Karikaturen selbst in den westlichen Gemeinschaften ausgelöst hätten und des Widerspruchs gegen die gewaltsamen Proteste innerhalb der islamischen Länder, sei eher von einem „Clash within Civilisations“ zu reden.

Als Forderungen an die europäischen Gesellschaften nannte Ramadan, dem ebenso die Einreise nach Tunesien, Ägypten und Saudi- Arabien verboten ist, drei Dinge.:
Zunächst müsse eine Debatte über Identität angestoßen werden. Jeder Europäer sollte folgende Fragen für sich beantworten: „Können wir uns Muslime als Europäer, den Islam als europäische Religion vorstellen? Gehören Muslime zu uns?“
Ebenso wichtig sei das Vertrauen in die muslimischen Mitbürger. In den 30er Jahren seien den europäischen Juden drei Vorwürfe unterstellt worden.: Sie haben eine doppelte Loyalität. Sie arbeiten an einer internationalen Verschwörung. Sie sprechen mit gespaltener Zunge. Exakt die gleichen Vorhaltungen werden laut Ramadan heute den Muslimen gemacht. Die Europäer sollten endlich verstehen, dass man nur gemeinsam gewinnen könne.
Gleichzeitig warf Ramadan den Europäern vor, „in einem geistigen Ghetto“ zu leben. Jeder solle sich fragen, mit wie vielen Menschen anderer Religion, Herkunft, Hautfarbe oder sozialer Stellung er in den vergangen zwei Wochen gesprochen hat. Viele Menschen würden sich anstatt von der Realität von medialen Zerrbildern leiten und beeinflussen lassen, die wiederum Rückwirkungen auf die Muslime in unseren Ländern haben. „Wir bekommen die Muslime, die wir verdienen.“
Alles, was bislang als Dialog der Religionen präsentiert wurde, sei in Wirklichkeit „ein interaktiver Monolog“ gewesen. Dem Zerrbild des bösen Islam werde in europäischen Medien Ayaan Hirsi Ali entgegengesetzt, eine Atheistin, die Mohammad als Pädophilen bezeichnet und daher als Gesicht des „guten Islam“ präsentiert wird. „Was Frau Ali verkörpert, ist Islam ohne Islam.“, so Ramadan. Man müsse akzeptieren, dass es nicht nur schwarz und weiß gebe und Muslime mitunter kontroverse Meinungen haben, über die man trotzdem diskutieren müsse. „Wir dürfen von den Muslimen nicht erwarten, dass sie das sagen, was wir hören wollen.“
Wichtig für die Entwicklung des Euro-Islam sei die Ausbildung islamischer Gelehrter, Ulama, in Europa. Noch fehlten hierfür die Ressourcen, doch werde die 3.Generation islamischer Einwanderer hierfür entscheidend sei. Die Aussagen vieler islamischer Rechtsgelehrter des Nahen und Mittleren Ostens kritisierte Ramadan als „zu einfach und eindimensional.“ Dies zeige sich etwa bei Gutachten zum islamischen Bank- und Finanzwesen.

Die in Europa lebenden Muslime forderte der momentan in Oxford lehrende Ramadan auf, die Gesetze hier zu befolgen. Wer in einem westlichen Staat lebe, schließe mit diesem einen Vertrag und muss daher dessen Regeln hinnehmen. Die europäischen Staaten garantieren die Religionsfreiheit, daher sei der Muslim ihnen zu „totaler Loyalität“ verpflichtet. Bezüglich des Kopftuchverbots an Frankreichs Schulen erklärte Ramadan erneut, er lehne dieses Gesetz ab. Das Kopftuch stehe in keinem Widerspruch zum französischen Laizismus, was sich schon daran zeige, dass man ein neues Gesetz zum Verbot des Hijab erlassen musste. Er forderte die französischen Musliminnen auf, das Kopftuch vor und nach dem Schulbesuch zu tragen und als französische Bürgerinnen weiter für ihre vollen Rechte zu kämpfen.
Weiterhin kontrovers bleibt Ramadans Haltung zu Steinigungen. Diese seien integraler Bestandteil der Prophetentradition, der Sunna. Daher könne man dies nicht einfach wegdiskutieren, wie dies ein französischer Mufti unlängst getan habe, der erklärte diese Passagen streichen zu wollen. Vielmehr sei es unerlässlich, wissenschaftlich an die Texte heranzugehen. Man solle sich fragen: „Was sagen die Texte? Wie sind die Bedingungen? Was ist der Kontext?“ Da sich in vielen islamischen Ländern die Steinigung fast ausschließlich gegen Frauen und Benachteiligte richtet, plädiert Tariq Ramadan für ein Moratorium, also eine zeitlich befristete Aufhebung der Steinigung.
Vor diesem Hintergrund protestierte Ramadan erneut gegen doppelte Standards westlicher Medien. Wenn in Nigeria eine Frau gesteingt werde, mache dies im Westen Schlagzeilen. Als vor drei Monaten eine Frau in Afghanistan gesteinigt worden sei, habe keine westliche Zeitung darüber berichtet, weil dies nicht ins Bild des „befreiten Afghanistans“ passe.

weitere Beiträge zu Tariq Ramadan:

wikipedia zu tariq ramadan

philolog anaximander zuppi

2 Comments

  1. Maria
    Posted April 1, 2007 at 5:31 pm | Permalink

    Hallo,
    sehr interessante Artikelsammlung zu Tariq Ramadan! Da hier ja auch viel zu wikipedia verlinkt wird und wohl schon etwas Interesse am Thema besteht:
    Könnt Ihr etwas kompetentes zu dieser Löschdiskussion beitragen?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Amir_Zaidan

    (Neenee, das ist ganz sicher kein Plug für den wikipedia Schreibwettbewerb… Ehrlich nicht!🙂

  2. Posted April 1, 2007 at 6:05 pm | Permalink

    hallo maria,
    ein interessanter fall.anders als bei ramadan scheint es sich ja bei zaidan um einen wirklichen wissenschaftler zu handeln.ich mache mir noch ein bild.danke für den hinweis :))


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  1. […] in der hiesigen politischen Zivilgesellschaft  einzubringen. Eine ähnliche Strategie verfolgt Tariq Ramadan,der auch gerne in den linken Zusammenhängen als Platzhalter islamischer Integration in Europa […]

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