1968 in Frankreich

Mit vielen Musikvideos aus dem Sommer 1968 erfreut der Nouvelle Oservateur seine Internetleser: Le hit parade de Salut Les Copains pour la période du 15 mai au 15 juin 1968.
Merci vielmals an Zettel😉 – auch für die Zertrümmerung der damaligen linken Konvergenzannahme/-theorie neben dem Ost-West-Konfliktdenken.
update: für alle fans des staatssozialismus: zettels kurze geschichte der bundespost-telefonie und anaximander erinnert an einen denkwürdigen 100. jahrestag: richard löwenthal – ein denker der extreme.und ingo way erinnert sich auch. löwenthal hat sich wie dahrendorf und habermas der diskussion mit der sds-mischpoke live und streitbar gestellt.

2 Comments

  1. Posted April 16, 2008 at 2:08 pm | Permalink

    Ja, stimmt, lieber Zuppi: „Konvergenztheorie“ hieß das damals. Das Wort war mir gar nicht mehr eingefallen, aber jetzt wo du es sagst …

    Die Musik kann ich, immer noch mangels DSL, dem Angebot des „Nouvel Observateur“ leider nicht entlocken. Aber auch so ist das sehr interessant für mich; ich war ja damals für ein paar Mai-Tage in Paris und habe mitdemonstriert, entlang dem Boul‘ Mich‘.

    ARTE hatte übrigens vergangene Nacht einen Rückblick auf 1968 mit einer faszinierenden Sammlung von Video-Dokumenten, die ich noch nie gesehen hatte. Zum Beispiel eine Rede Fidel Castros nach dem Einmarsch in die CSSR.

    Eine rhetorische, demagogische Meisterleistung, in der er mit Verständnis für die Verzweiflung der Menschen in der CSSR, für ihren zerstörten Traum anfing und am Ende knallhart die Invasion begrüßte – weil man dieses Ereignis, sagte er, politisch und nicht legalistisch betrachten müsse. Ganz wie die Rede des Brutus im „Julius Cäsar“ angelegt.

    Er war damals ja der Schwarm der meisten freiheitlich denkenden Linken, der Fidel Castro (sogar Enzensberger hat von ihm geschwärmt; Sartre natürlich sowieso). Dabei war er damals, genau wie heute, ein brutaler Kommunist und eiskalter Machtpolitiker.

    Na, jetzt bin ich aber a bisserl in Schwätzen geraten😉

    Herzlich, Zettel

  2. Posted April 16, 2008 at 5:06 pm | Permalink

    Lieber Zettel,

    ich war in den Debatten der letzen Monate mit der 68iger-Erlebnisgeneration-West immer wieder erstaunt, wie selbstverständlich diese Konvergenzannahme den Leuten geläufig war. Die gemeinsame Aufstellung der Forderungen „Freiheit für Vietnam und die Genossen in Prag“ scheint eine Selbstverständlichkeit bei vielen Protagonisten dieser Zeit gewesen zu sein – sämtliche Personen, mit denen ich dieses Thema so diskutieren konnte, haben ’67/’68 an der TU-Berlin studiert und waren Teilnehmer des dortigen sog. „Vietnamkongress“. Die GesprächspartnerInnen haben aber auch eingeräumt, dass diese Forderungen mit der Kanalisierung der linksradikalen Bewegungen in die K-Gruppen in ideologischen Grabenkämpfen zerbröselt sind. Das wurde von den meisten Protagonisten u.A. zum Anlass genommen, den kommunistisch-sozialistischen Gruppen den Rücken zuzukehren, einige sind in die Sozialdemokratie abgewandert, andere haben sich für einige Jahre diversen Einpunktbewegungen (Lateinamerika-Komitees, 3.Welt Inis, etc. .. ) angeschlossen, die Mehrheit meiner Bekannten hat aber den Weg einer wissenschaftlichen Karriere an den Hochschulen eingeschlagen. Von der Begeiterung für die „Neue Linke“ bis zur Ernüchterung vergingen so 3-5 Jahre (1967-1971), dann war der Käse gegessen.
    Leute,die Castro bewundern, sollen mit ihrer Antiimperialismus-Macke zum Therapeuten gehen, das ist politisch nicht ernsthaft diskutierbar.
    Herzlich
    Zuppi
    PS:
    Es ist ein Skandal mit der nur punktuellen DSL-Erreichbarkeit in dieser Republik.


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