Gib Kalk

Mit Allah gegen die Scheißdeutschen. In Köln-Kalk formiert sich antideutscher Protest Von JAN HUISKENS
Hartwig Pruske vom Krefelder Präventionsrat gegen Rassismus und Gewalt ist enttäuscht. Nachdem in Köln-Kalk der 17-jährige Marokkaner Salih von einem 20-jährigen Deutschen, nennen wir ihn um des besseren Verständnisses willen Michael, erstochen worden war, hatten sich spontan mehrere hundert mehrheitlich moslemische Jugendliche zusammengefunden, um gegen Rassismus zu protestieren. Pruske, ein leidenschaftlicher Kämpfer gegen Ausländerfeindlichkeit, wollte sich den Protesten anschließen. Mit einem Anti-Nazi-Plakat ausgestattet, fuhr er daher nach Köln, um an einer der täglich stattfindenden Kundgebungen teilzunehmen. Dort angekommen, erwartete ihn jedoch alles andere als ein freundlicher Empfang. Nicht „Bürger, lass das glotzen sein, reih dich in die Demo ein“ wurde Pruske entgegen geschleudert, sondern wüste Beschimpfungen. Ein „Scheißdeutscher“ sei er, ein „Nazischwein“ sowie ein „Schweinefresser“. Anschließend wurde ihm, sozusagen als logische Konsequenz seiner Herkunft, ins Gesicht geschlagen. Weiterlesen in der PRODOMO#8 …

Ekel und Jan diskutieren den Text lesenswert hier in der Kommentarkolumne:
—> eine geharnischte gegenrede zu huiskens text gibt es hier zu lesen.
—> eine hauptsächlich fragende gegen-gegenrede liegt dann hier bereit .
Ausserdem wird Jans Text bei Abdel Kader ausgiebig diskutiert.

13 Comments

  1. angeekelt
    Posted April 1, 2008 at 3:35 pm | Permalink

    oh je, da wird einem echt schlecht, wenn man liest was jan huisken dort so ablässt, gerade als bewohner der angeblich arabischen befreiten zone. im gegensatz zu jan huisken war ich bei dem spektakel auch mal anwesend und habe mir den spuk angeschaut. emanzipatorisch ist wirklich nichts an den protesten gewesen, da kann ich huisken nur zustimmen, die sich beteiligenden linken haben sich da unsäglich blamiert, etwas anderes konnte man aber auch nicht erwarten von ihnen.

    huisken hat sich aber weder das spektakel einmal angeschaut, noch hat er gründlich recherchiert. da fällt er gleich zu beginn auf den indymedia fake eines angeblich linken protestierers herein. um es kurz zu machen, das ganze ist auf jedenfall ein fake, weder der ominöse verein, noch die person existiert. wahrscheinlich stellt dies einen fake von pi-news.net dar, die es kurz nach der indymedia veröffentlichung breit ausgeschlachtet haben.

    ganz im gegensatz zu solchen behauptungen, gab es auf den demos ganz gegenteilige aussagen und auch die schauderhaften allahu akbar rufe wurden immer wieder angegangen, von arabern selbern. emanzipatorisch wird es damit trotzdem nicht, aber einen so homogenen block, wie huisken es sich hier zusammenschnitzt, hat es nicht gegeben.

    gleichzeitig negiert er quasi den rassismus gegenüber den arabern, da diese (der volkskundler klingt durch) von natur aus in rudeln auftreten, was sie vor dem deutschen mob schützt und zudem gewisse charakterzüge haben. wäre der gute jan huisken einmal bemüht gewesen, sich die situation abseits von medienpanik in kalk anzuschauen und vielleicht auch anders als auf safari aus dem auto oder der bahn heraus, dann hätte er den täglichen rassismus der den kids dort entgegenschlägt wahrgenommen. schikanöse polizeikontrollen sind an der tagesordnung, als deutscher mit taschen voll weed laufe ich unbehelligt durch kalk, als arabisch aussehender jugendlicher wirst du selbst auf dem rückweg vom supermarkt von zivis angehalten. kein rassismus den sie täglich zu spüren bekommen? hat huisken sich mal reingefahren, was der deutsche pöbel den demonstrierenden arabs zugerufen hat? der rassismus war so omnipräsent, er erstickt das viertel beinahe.

    das macht die arab-kids keineswegs nur zu opfern, natürlich sind sie täter, aber den rassismus durch polizei und deutschen bürgern so herunterzuspielen ist eine frechheit und eine analyse die bequem vom schreibtisch aus gefertigt wurde. leider ist der artikel durchweg so katastrophal falsch in seinen analysen und schlußfolgerungen, und das ärgert mich besonders als antideutscher, der keinerlei sympathie mit den rackets in kalk hat, sich einer solchen stupiden weltsicht aber auch nicht anschließen kann, die aber gerade scheinbar weit verbreitung findet.

  2. Posted April 1, 2008 at 5:41 pm | Permalink

    deinen text würde ich gerne als direkte gegenrede zu huiskens in den beitrag setzen,ok?
    merci für die inhaltlichen ergänzungen,ich war ja auch nicht in kalk dabei.

  3. angeekelt
    Posted April 2, 2008 at 1:48 pm | Permalink

    ja klar, zur öffentlichen wahrnehmung habe ich es ja geschrieben🙂
    wenn auch etwas unstrukturiert nur schnell meine gedanken dazu verfasst, aber der text spielt einerseits mit rassistischen denkmustern (nein, ich unterstelle ihm keinen direkten rassismus, aber die bedienung entsprechender stereotype und der festlegung gewisser charakterzüge anhand von nationalitäten) und verfehlt andererseits drastisch den charakter der proteste

  4. Posted April 7, 2008 at 10:18 am | Permalink

    Lieber Angeekelter,

    1. Woher weißt Du, dass ich mir keine der Demos angesehen habe?

    2. Woher weißt Du, dass Hartwig Pruske nicht existiert (Möglichkeit des Pseudonyms, nicht bei Google erfasst etc. pp.)

    3. Welche Rolle spielt es überhaupt, ob Pruske existiert?

    4. Ich leugne nicht den Rassismus gegenüber Arabern und Türken. Niemand tut das. Also spiel Dich nicht als großer Mahner auf.

    5. Wenn Du nicht eins und eins zusammen zählen kannst („Allahu Akhbar“, Pali- und Kopftücher, Machogehabe und Sprüche gegen „die Deutschen“), dann nützt es Dir überhaupt nichts, „vor Ort“ zu sein.

    6. Wieso hört man von deutschen Antirassisten nie auch nur ein Wort des Bedauerns über die beschissene Lebenssituation von Migranten, wenn diese mal nichts mit deutschem Rassismus zu tun hat?

    7. Wo bleibt das erste linke Flugblatt über Islamisten in Köln (beispielsweise in Kalk)? Geh mal mit offenen Augen durch Kalk – dann siehst Du nicht nur vollverschleierte Frauen und Verrückte im Mullah-Outfit (die tragen solche Kleidung und Barttracht nicht zufällig, sondern als politisches Statement!), sondern auch z. B. einen marokkanischen Laden, der Märtyrervideos verkauft.

  5. ekel
    Posted April 8, 2008 at 6:22 pm | Permalink

    hallo jan,
    ob der angebliche krefelder dumm-antirassist nun existiert oder nicht, ist nicht so ultimativ wichtig, allerdings nutzt du es als aufhänger und immer wieder auftauchende faden in deinem text, da kann man schon etwas mehr sorgfalt erwarten. diese journalistische sorgfalt hört eben nicht bei google auf, sondern fängt maximal dort an. dies hast du scheinbar unterlassen, weil es dir eben so wunderbar in den kram gepasst hat. es gibt einfach einen schönen aufhänger, da stört es nur wenn scheinbar (und hier betone ich, dass dies nur eine vermutung ist, im gegensatz zu dem befund, dass der vorfall an sich ein fake ist, was sich abseits von google mit etwas bemühen verifzieren lässt) rechte islamkritiker ala pi-news (wobei man sie besser klassisch rassisten nennen sollte, die islam eben mit araber gleichsetzen und ihre islamfeindschaft sich eben vielmehr aus rassistischen motiven speist, als dass sie aus emanzipatorischer absicht diesem sich entgegenstellen) so etwas in die welt setzen.

    das diskreditiert nicht den gesamten artikel, lässt aber bereits das erste mal aufhorchen.
    deinen versuch, mich als traditionellen „deutschen antirassisten“ zu outen, kannst du dir sparen. ich habe weder etwas mit solchen in der kölner linken zahlreich anzutreffenden personen zu tun, noch habe ich mich entsprechend geäußert. in einigen teilen kann ich deine in der prodomo veröffentlichte kritik teilen, doch scheint der wunsch endlich ein vermeintliches ereignis gefunden zu haben, an dem sich mal alles aufzeigen lässt was dich so ankotzt dir mehr die feder geführt zu haben, als ein notwendig differenzierter blick auf die ereignisse in köln kalk.

    hieraus schließe ich dann auch, dass du nicht wirklich anwesend gewesen sein kannst bei den entsprechenden demos, viel zu holzschnittartig übernimmst du die von der presse vorgezeichneten darstellungen. natürlich kannst du das nicht zugeben, dass deine infos alle aus sekundären quellen sind, würde das doch an deiner glaubwürdigkeit kratzen.
    du zählst aber eben nur das zusammen, was du an infos so zusammengetragen hast, leider wird eine politische analyse aber nicht nach dem Motto A+B+C=D gemacht. die allahu akbar rufe, die kopftücher, das machogehabe allein machen noch keinen protest „mit allah gegen die scheißdeutschen“ aus. das es all dies dort gab und der linken intervention bedurft hätte, statt sich mit einem armseligen transparent einzureihen wie einige deppen es getan haben, ich denke da sind wir uns einig. aber sie haben eben nicht den charakter der manifestationen ausgemacht, wie du es in dem artikel verkündest. aber dazu später mehr.

    nun aber zu deinem punkt 4: du leugnest nicht den rassismus gegenüber arabern und türken? ja, wenn wir es ganz genau nehmen, tust du das nicht. du schreibst durchaus davon, dass es einen rassismus gegenüber diesen gebe, relativierst ihn dann aber sogleich. gegen den rassismus durch die deutschen bringst du den „charakter“ dieser mediterranen „völkchen“ in stellung, in ethnologischer erklärungsweise bringst du den lesern näher, der araber schließe sich gerne in banden zusammen, um so als endziel die moslemische weltherrschaft zu errichten (und schmeisst kultur und religion so auch gleich mal lustig zusammen). so in banden formiert, habe er vom deutschen rassisten nichts mehr zu befürchten, vielmehr seien sie selber akteure rassistischer übergriffe.

    zitat: „Menschen, die aber tatsächlich mit gesellschaftlichem Rassismus zu kämpfen haben […] Schwarzafrikaner etwa, sind von antischwarzem Rassismus moslemischer Prägung ebenso bedroht wie durch deutsche Neonazis“

    dass es auch unter arabern massiven rassismus gibt, keine frage, dies zu leugnen wäre lächerlich. diese aber als größte bedrohung für schwarze in dtld auszumachen, grenzt an satire. gleichzeitig bestreitest du dann noch die wirkungsmächtigkeit des rassismus gegenüber arabern. schließlich bewegt sich dieser nur in banden durch köln kalk um seine mitmenschen zu tyrannisieren, andererseits schützt ihn dies natürlich vor deutschen nazis. schon klar…
    das du dann den rassismus durch polizeischikanen nicht erwähnen kannst, der in kalk den alltag darstellt, ist offensichtlich. genau gegen diesen haben sich aber die proteste ausgesprochen, gegen einen rassismus durch polizei und behörden.
    davor schützt ja auch die bande nicht, in der natürlich jeder araber und türke so organisiert ist. insofern leugnest du den rassismus gegen araber durchaus, du streitest nicht seine existenz ab, sondern behauptest einfach, er wäre nicht wirkungsmächtig und damit zu vernachlässigen.

    stattdessen werden ja schwarze von moslems durch kalk bzw köln gehetzt. würdest du aber mal wirklich durch kalk mit offenen augen gehen, hättest du bemerken müssen, dass dort viele schwarzafrikaner selber bestandteil der muslimischen community sind, vom eher säkularen mit muslimischen background, bis hin zum fundamentalisten, der seine frau und kinder in den vollschleier zwingt. auch das mullah outfit ist bei einigen dieser leute durchaus beliebt. das es innerhalb dieser community eine rassistische hierarchisierung geben mag, möchte ich nicht abstreiten, mir fehlt da aber der einblick.

    deine ganze argumentation hinkt, die situation in kalk die du beschreibst, ist größtenteils konstruiert und sagt mehr über deinen blick aus, als über die realen verhältnisse.

    der von dir benannte maroc-markt (der nicht Marokko-Markt heisst wie du sagst, ja eine Kleinigkeit, aber sie häufen sich in dem artikel) mit den märtyrer videos (kannst du das belegen? dort stehen wirklich seltsame dvds rum, ich bin aber der arabischen sprache nicht mächtig und darum auf die auskunft einer anderen person (nicht des personals) angewiesen gewesen, die meinte, dies seien videos über die heiligen städte des islam und über pilgerfahrten dorthin. dass dies ekelhaften inhalts sein kann, kann ich mir gut vorstellen, aber den vorwurf märtyrervideos erhebe ich deshalb erstmal nicht) liegt übrigens direkt neben einer arabischen bäckerei, die äußerst säkular geprägt ist, in dem all das stattfindet, was der fundamentalist so hasst. frauen geschminkt und ohne kopftuch, die dort arbeiten, mit anderen arabern rauchen und tee trinken etc. für den funi das absolute grauen. schräg gegenüber diesem laden befindet sich ein marrokanisches cafe, nur männer, manchmal fundis. ein wenig weiter ein gemüseladen von tunesiern, dieser wieder sehr säkular, westlich geprägt.

    worauf ich hinaus will? die situation in kalk ist nicht so schwarz weiss wie du sie zeichnest. und genau dies hat sich auch bei den protesten widergespiegelt:

    zu beginn der demos tauchten dort auch einige fundis auf und initiierten allahu akhbar rufe, mitgetragen von vielen jugendlichen. doch mit der fortführung der demos wurde sich nicht nur aus der arabischen community heraus auf den demos gegen eine religiöse vereinnahmung ausgesprochen, sondern auch mehrmals betont, dies sei kein protest von moslems. progressiv wird er damit noch nicht, aber auch nicht so, wie du ihn gerne darstellst. es waren durchaus auch viele deutsche jugendliche (oder anderer nicht-arabischer herkunft) anwesend, der protest wurde eher von einigen möchtegern-gangs dominiert, als von islamischen gangs. mackergehabe und andere ekelhafte begleiterscheinungen inklusive. aber eine deutschfeindlichkeit war nicht zu spüren, vielmehr oftmals die einladung sich gerade auch als deutscher an den protesten zu beteiligen und gegen rassismus zu protestieren. alles nur aus taktischen gründen, genau wie die fundis so schnell wieder verschwunden sind, wie sie nach dem ersten protesttag aufgtaucht waren. wärst du anwesend gewesen, hättest du solche entwicklungen bemerken müssen oder deine ideologische brille verhindert dir bereits jede sicht.

    weil salih, wohl eher kein vorbildlicher moslem der gerne mal alkohol soff und party machte, auch mit islamischen sprüchen gedacht wurde, wird daraus noch kein islamistischer protest. eine solche unterscheidung scheint dir nicht möglich, das bekentniss zu allah mag zum kotzen sein, islamismus wird daraus noch nicht, islamistische proteste auch noch nicht. die darstellung salihs als engel wandelt darum nicht auf den märtyrerspuren aus dem maroc-markt wie du behauptest, sondern vielmehr auf den spuren der kitschigen popkultur mit religiösem kitsch, hier halt moslemischer background. ein islamistischer aufmarsch wird es so nicht.

    hättest du auch ein wenig die reaktionen des deutschen mobs am rande geachtet, wäre dir sicher auch der dort massiv geäußerte rassismus aufgefallen. aber dann würde ja deine vorherige these zusammenbrechen. scheisse wenn man nicht da war oder nur maximal an einem tag kurz vorbeigeschaut hat, um mit dem ersten palituch gleich die bestätigung seiner these zu sehen und wieder abzuhauen (wobei ich selbst das nicht glaube)

    und wo das flugblatt über islamisten bleibt? warum fragst du mich das, habe ich erst nach dem schreiben eines solchen die legitimation, deinen artikel zu kritisieren?

    wie wäre es eigentlich mit einem gegenartikel in der kommenden prodomo? so einen, sorry, absoluten scheiss kann man dort einfach nicht so stehen lassen. auch wenn die kulturrelativistischen linken über ihn herfallen, auch aus emanzipatorisch-kommunistischer sicht kann man über soviel mist nur entsetzt den kopf schütteln.

  6. most
    Posted April 8, 2008 at 11:14 pm | Permalink

    scheiß auf den klugscheißer!
    da weiß es mal wieder einer ganz genau und hat doch nichts zu sagen. der salih war kein guter moslem, weil er alkohol getrunken hat. so what? wo steht, das er ein guter moslem war. man hat von heiligen und hasspredigern gehört die zu huren gehen, ja und. neben dem maroc-laden gibt es nen laden wo muslimische männer in bei sein von frauen rauchen und tee trinken, da freut sich der multikulti. sagt aber überhaupt nichts aus. und was unterscheidet eine möchtegern-gang von einer richtigen? nur weil du beim bäcker um die ecke einkaufen gehst, solltest du nicht so tun, als würdest du auch nur einen von deinen nachbarn mit namen grüßen können. dein ach so differenzierter blick würde selbst auf der sonnenallee in berlin-Neuköln noch hinweise dafür finden, dass alles nicht so schlimm ist. und was ist das für ein satz: Huiskens würde den rassismus nicht leugnen, nur dessen wirkunsmächtigkeit? Und wo steht die muslime wären die größte bedrohung der schwarzen? aus dem von dir zitierten Satz geht das nicht hervor! dein text ist wirklich satire oder kommunikationsguerila. politische analysen funktionieren nicht nach dem muster a+b+c=d? was soll denn das schon wieder heißen? bei dir scheint ne politische analyse nach dem muster teilnehmender beobachtung abzulaufen. eine analyse ist aber keine ethnologische studie. und ich würde gerne mal wissen wie du ereignisse auserhalb deines viertels analysierst. über kalk läßt du dir auf jeden fall nichts erzählen, da bist du experte, da kennst du dich aus. experten treten heut zu tage aber in talk shows auf, und da gehören solche expertiesen auch hin.

  7. lachnummer
    Posted April 9, 2008 at 6:26 pm | Permalink

    hahahaha, zu geil. wer auf die tatsacche hinweist das in köln-kalk kein homogener islamistischer block existiert, der ist ein klugscheisser. das ekel sagt, daß man nicht einfach kopftuch, araber, allah u akbar zusammenzählen kann, um dann gleich den islamistischen aufmarsch herbeizureden, der ist wohl auch nur ein klgscheisser. lang lebe die dogmatische analyse im gwg köln stil, eure phase des denkens ist wohl auch vorbei. vermutlich schon länger

  8. most
    Posted April 9, 2008 at 9:33 pm | Permalink

    Lieber Ekel, liebe Lachnummer,
    bei erneuter lektüre des investigativen artikels vom ekel mußte ich feststellen, dass dieser tatsächlich ne lachnummer ist. er beschuldigt huiskens nicht ordentlich nachgeforscht zu haben um die authentizität des indymediaberichts zu überprüfen. er selbst will nun wissen, dass dieser ein fake von irgend welchen rassisten sei, was man auf irgendeine weise, er sagt nicht wie, verifizieren könne. nun habe ich recherchiert und muste feststellen, dass es in köln gar kein ekel gibt. aber so ultra-wichtig ist das bestimmt gar nicht. und doch könnte man, sozusagen mit ekel, sagen, dass dies einen hinweis auf die seriösität der anderen aussagen gibt. darauf, dass auch andere von ihn gemachte aussagen über den text schlicht falsch sind, habe ich schon hingewiesen. ähnlich geht es bei der lachnummer zu. er behauptet es wäre eine tatsachen, dass es in kalk gar keinen „homogenen islamistischen Block“ gäbe. doch wer hat das behauptet? Offensichtlich behandelt der artikel die demonstration als manifestation einer tendenz. und diese tendenz wird hier vom ekel und der lachnummer klein zu reden versucht. ekel schreibt deshalb beständig davon, dass dies und jenes nicht ganz falsch sei und dieses und jenes sicherlich verurteilens wert usw. doch weil er nicht eins und eins zusammenzählen kann, sieht er den wald vor lauter bäumen nicht. besonders gefallen hat mir auch das „argument“, es gäbe ja auch schwarze in der islamischen community. wow, es gibt auch schwarze deutsche! der beste beweis dafür, dass es keinen deutschen rassismus geben kann.
    was war noch einmal der anlaß der demonstration und was hatte dieser mit rassismus zu tun? als der salhi den typen überfiel tat er dies wahrscheinlich im bewußtsein, sich von seinem rassistischen unterdrücker nur das wiederzuholen, was ihm zu stehe, oder was? wer opfer ist, entscheidet der rassismustheoretiker und das opfer hat immer recht. das ist eine dogmatische analyse! eine, die sich durch nichts aus der ruhe bringen läßt, solange beim bäcker ne geschminkte frau hintern tresen steht.

  9. kuno
    Posted April 10, 2008 at 12:35 am | Permalink

    most hat recht. niemand hat behauptet das es in kalk einen “homogenen islamistischen Block” gibt. es handele sich aber um die beschreibung einer tendenz glaubt er. dumm nur das huisken unterm strich nicht gelungen ist zu beweisen das die demos in kalk maßgeblich antideutsch-rassistsich motiviert waren. genau darauf weißt ekel anhand von diversen beispielen hin.

    was zu untersuchen wäre ist wie islamisch/islamistisch oder türkisch/arabisch nationalistisch (beides scheint bei huisken so ziemlich das selbe zu sein) die demos tatsächlich waren. die gleichung ein paar kopftücher + allah u akbar-rufe + noch ein paar palitücher = eine islamische und antideutsch-rassistische demo, geht tatsächlich nicht auf.

    und ja, es ist leider von interesse ob es den guten herrn pruske und den angriff auf diesen gab. denn ansonsten gibt es schlichtweg kein indiz dafür das die proteste auch nur tendenziell antideutsch-rassistisch motiviert waren. huiskens these basiert schließlich primär auf dem vermeintlichen rassistischen angriff. das auch araber rassisten sind bzw. sein können ist keine neuigkeit. das sie deutsche antirassisten auf demos, in denen die untersuchung von vermeintlich ungeklärten morden gefordert wird, angreifen, wäre aber neu.

    da es, was den „fall kalk“ betrifft, mittlerweile schwierig ist zu untersuchen was dort genau ablief(man kann sich nur noch auf mehr oder minder subjektive „zeugenaussagen“ stützen) müßte man untersuchen wie rassistisch arabische und türkische migranten sind, wie sich deren rassismus äußert, in welchen verhältnis dieser zur deutschen mehrheitsgesellschaft steht, etc. pp. dazu gibt es soweit ich weiß kaum untersuchungen. ein paar mehr untersuchungen gibt es hingegen zum islamismus bzw. zum verhältnis von türkisch-arabischen migranten zum islam. diese stellen fest das nur eine minderheit streng gläubig ist(ca.35%), und das nur ca. 5% der deutschen moslems tendenziell gewaltbereit sind. eine „tendenz“ zum antideutschen rassimus und zur islamischtischen formierung ist also auch aufgrund dieser untersuchungen nur schwerlich zu erkennen. die größtensteils auf subjektiven „eindrücken“ basierenden thesen des herrn huisken geben also im allgemeinen und im speziellen(demo in kalk) leider wenig her.

    auf die albernen und am thema vorbeigehenden polemiken von most muß man übrigens nicht weiter eingehen. diese offenbaren nicht nur das hermetische weltbild eines eiferers, für den jeder der die teilweise abenteuerlichen rassismus- und islam(ismus)thesen aus dem hause prodomo nicht teilt nur ein multikultifan sein kann für den ausländer immer nur opfer sind, sondern kommen auch ohne jedes argument für seine „thesen“ aus. peinlich.

  10. Posted April 10, 2008 at 8:32 am | Permalink

    Huch, hier tobt ja ein regelrechter Streit um meinen Text!

    Zu einigen Vorwürfen möchte ich hier doch Stellung nehmen, weil „Ekels“ Mutmaßungen und Verzerrungen wirklich unredlich sind.

    1) Bringt er für seine Vermutung, der Indymedia-Beitrag sei ein „fake“ keinerlei Belege. Dass er in Wahrheit von PI stamme, ist nichts weiter als ein unverifizierbares Gerücht. Für ihn darf nicht sein, was nicht sein darf.

    2) Unterstellt er mir Behauptungen, die ich nie getroffen habe. Ich habe z. B. niemals geschrieben, der „Charakter“ eines „Völkchens“ sei für die autoritäre Ideologie vieler Araber und Türken verantwortlich. Ich habe auch nie geschrieben, alle Araber und Türken in Kalk seien „islamistisch“ (Wo genau die Trennlinie zwischen islamisch und islamistisch liegt, kannst Du ja bei Gelegenheit nochmal erläutern).

    3) Deutschen Rassismus habe ich nicht nur nicht geleugnet, sondern an mehreren Stellen im Text erwähnt. Wenn ich ihn erwähne, leugne ich auch seine Wirkungsmächtigkeit nicht. Das, was Du als Relativierung ansiehst, ist die Benennung der banalen Tatsache, dass Menschen, die in Gruppen auftreten, seltener angegriffen oder angepöbelt werden. Rassisten suchen sich immer Schwächere, das liegt in der Logik des Rassismus selbst begründet.

    4) Über rassistische Polizeischikanen habe ich tatsächlich nicht geschrieben, weil ich nicht glaube, dass die Mehrzahl der in Kalk durchgeführten Polizeischikanen rassistisch motiviert sind. Wenn ein größerer Teil arabischer als deutscher Jugendlicher in kleinkriminellen Banden organisiert ist (was soziale Gründe hat, um das hier nochmal zu erwähnen), dann ist die verstärkte polieziliche Überprüfung von arabischen Jugendlichen in einer bestimmten Gegend und mit einem bestimmten Auftreten NICHT rassistisch motiviert. Dass die genannte Tatsache das Weltbild rassistischer Polizisten bestätigen kann, ist durchaus möglich, aber nicht ursächlich für die Kontrollen.

    6. „Kunos“ Anmerkungen über die Sympathie für islamistische Positionen unter den deutschen Muslimen sagt leider recht wenig aus. Einerseits weil es sicher unter den arabischen Muslimen größere Affinitäten zum radikalen Islam gibt als unter persischen und türkischen, andererseits, weil die Frage, was denn überhaupt als „islamistisch“ gilt, zuerst geklärt werden müsse. Und in diesem Punkt haben die Soziologen, die die Studie durchgeführt haben, einfach keine Ahnung. Sie sind keine Ideologiekritiker, sondern „Empiriker“. An diesem Punkt wird es nämlich auch wichtig, die scheinbaren Säkularisierungen des Islam mit einzubeziehen, was etwa ideologische Überschneidungen zwischen Türkentum (Hass auf Nichtsunniten, Werte wie Ehre etc.) und Arabischem Nationalismus (Ummagedanke, Mohammed als arabischer Prophet, Antiimperialismus etc.) einschlösse.

    Soweit erstmal.

  11. Posted April 10, 2008 at 8:37 am | Permalink

    Oh, Punkt 5 habe ich vergessen, sehe ich gerade.

    Nochmal zu „Kuno“: Trotz der Einschränkungen der Aussagekraft der von ihm zitierten Studie möchte ich noch darauf hinweisen, dass 35% gläubige Muslime erschreckend genug sind, wenn man bedenkt, was für eine durch und durch reaktionäre und gewaltbereite Ideologie der Islam ist. Dass nur 5% „gewaltbereit“ seien, sagt nichts darüber aus, ob sie die Gewalt ihrer „Brüder“ verurteilen oder unterstützen.

  12. kuno
    Posted April 10, 2008 at 11:59 am | Permalink

    hallo jan,

    1] richtig, ekel bringt leider keine belege für die behauptung vor das der beitrag ein fake ist. leider kannst du aber auch nicht belegen das es herrn pruske und einen rassistischen übergriff auf diesen gab. ihr bewegt euch also beide im bereich der behauptungen.

    2] du schreibst:
    „An diesem Punkt wird es nämlich auch wichtig, die scheinbaren Säkularisierungen des Islam mit einzubeziehen, was etwa ideologische Überschneidungen zwischen Türkentum (Hass auf Nichtsunniten, Werte wie Ehre etc.) und Arabischem Nationalismus (Ummagedanke, Mohammed als arabischer Prophet, Antiimperialismus etc.) einschlösse.“

    sehr richtig. leider tust du das in deinem text aber nicht. ich sage ja, es wäre zu klären wie islamistisch und/oder türkisch-arbisch nationalstisch moslems in deutschland sind, wie stark die proteste in kalk eben davon geprägt waren. leider finde ich deine argumentation, die letztlich auf ein „irgendwie ist der islam und sein opferwahn der alleinige antrieb des protest gewesen“ hinausläuft, aber wenig bis gar nicht überzeugend.

    3] weiter schreibst du:
    „Trotz der Einschränkungen der Aussagekraft der von ihm zitierten Studie möchte ich noch darauf hinweisen, dass 35% gläubige Muslime erschreckend genug sind, wenn man bedenkt, was für eine durch und durch reaktionäre und gewaltbereite Ideologie der Islam ist. Dass nur 5% “gewaltbereit” seien, sagt nichts darüber aus, ob sie die Gewalt ihrer “Brüder” verurteilen oder unterstützen.“

    die untersuchung auf die ich mich beziehe fragt nach der akzeptanz von gewalt zur durchsetzung von politisch-religiösen zielen. man kann also davon ausgehen das tatsächlich nur eine kleine minderheit unter den deutschen moslmes gewalt befürwortet oder gar praktizieren würde. trotzdem sind die zahlen natürlich erschreckend. das islamisten bekämpft werden müssen, und das von ihnen eine gefahr ausgeht, steht natürlich außer frage. auch weisen diverse studien und alltagserfahrungen daraufhin das der islam(ismus) sich radikalisiert, dazu gibt es tatsächlich eine tendenz. ABER die große frage ist und bleibt, lässt sich deswegen so ziemlich alles was im arbisch-türkischen milieu passiert primär mit dem islam erklären? waren die proteste in kalk also in erster linie bzw. einzig von einem islamischen opferwahn motiviert?

  13. ekel
    Posted April 10, 2008 at 2:48 pm | Permalink

    ok, ein letztes mal noch etwas zu der thematik, wobei ich es mir spare auf most einzugehen, der nur eine schlechte polemik abliefert, was er sicher selber als bissige kritik abfeiert. da gibt es scheinbar nur ein dafür oder dagegen, wer zweifel am islamischen charakter der demos anmeldet, wird zum multikultispinner oder gleich zum lysis fan.

    zum fall pruske:
    die durch zahlreiche fotos täglich dokumentierte demo, von indymedia bis zu diversen blogs verschiedenster ausrichtung, zeigt kein einziges mal das angeblich laut eigenaussage auf der demo mitgeführte plakat von pruske. dabei sind die demos durchaus überschaubar gewesen und mehr als einmal komplett abgelichtet worden. in keinem der zahlreichen berichte, wiederum von diversen personen verschiedenster politischer ausrichtung, erwähnt einen übergriff auf einen deutschen teilnehmer der demo, vielmehr sind täglich dort auch zahlreiche deutsche mitgelaufen. es gibt keinerlei polizeibericht dazu, nur die massive ausschlachtung durch zahlreiche rechte blogs nach dem pruske bericht, die dort endlich ihre „inländerfeindlichkeit“ exemplarisch belegt sehen. ein krefelder präventionsrat hat es vorher nie gegeben und danach nie mehr, nur für diesen einen indymediabericht. auch ortskundige linke, die sich sonst nicht zu schade sind jeden linken deppen zu kennen, ist ein solcher verein oder eine solche person niemals untergekommen. eine recherche bringt keinen pruske in krefeld hervor, wo ist der gute mann, den niemand gesehen, dessen plakat in einer eher plakatarmen demonstration niemand gesehen hat? letztendlich belegen lässt es sich nicht, aber es riecht doch alles sehr nach fake, geradezu dankbar wurde der vorfall dann bei den rechten auch aufgenommen.

    da du es als aufhänger nimmst und damit deine angeblich antideutsche stimmung belegst, finde ich es nicht ganz unwichtig, dass dies mit hoher wahrscheinlichkeit nur ein fake ist.

    zu dem komplex rassistische kontrolle, banden und anteil von arabern/türken:

    für mich klingt das, korrigier mich wenn ich das falsch interpretiere, sehr nach einer „in kalk mehr araber, die wiederum mehr in banden organisiert, darum mehr kontrollen `erleidend´“ logik. fällst du da nicht selber auf die lüge rein, ausländer seien krimineller, wo aber jede offizielle statistik (die zb die straftaten die auf verstößen gegen das ausländerrecht basieren herausnimmt, eben weil nur ausländer gegen diese verstoßen können) doch sagt, dass ausländer nicht krimineller sind als deutsche staatsbürger?

    oder werden in kalk einfach mehr die araber kontrolliert, weil sie dort einfach die mehrheit stellen? die arabische und (!) die türkische bevölkerung stellen in kalk aber nur rund 18%, der ausländeranteil ingesamt liegt bei 40%, weil eben die mehrheit der dort lebenden ausländer italiener & portugiesen sind, die sich auch an den demos beteiligt haben.

    die kontrollen scheinen so doch also durchaus auf rassistischer basis zu funktionieren, der spezifische blick der polizisten vor allem die araber wahrzunehmen. sie sind noch nicht einmal ansatzweise die mehrheit in kalk.

    oder willst du jetzt die these aufstellen, dass die arabischen banden die straßen kontrollieren, damit du weiterhin aufrecht erhalten kannst, dass sie vom rassismus nicht betroffen sind. selbst wenn dies so wäre, dann würde dies nur in kalk funktioneren, verlassen sie ihr viertel, sähen sie sich anderen verhältnissen ausgesetzt.

    aber seit wann hat es der rassismus der deutschen nötig, sich per faustrecht auf der straße zu artikulieren? da gibt es doch viel smartere varianten und da schützt keine vermeintliche gang oder moschee kuschelgruppe.

    ich finde dein artikel ist eine reine momentaufnahme der proteste, die sich dann zu falschen analysen aufschwingt. es gab den versuch der islamistischen einflußnahme, es gab auch einzelne kids, die scheiss deutsche riefen. doch sind die proteste spontan gewesen, bei dem sich verschiedene gruppen um einflußnahme bemüht haben. die islamisten sind dabei relativ rasch zurückgedrängt worden und der portest selber hat sich auch vom fall salih gelöst. aus ihm einen islamischen märtyrer zu machen, die idee ist wohl nur dir vor dem monitor gekommen, sonst aber wohl niemandem.

    das es den moslemischen opferwahn gibt, der überall rassismus wittert und der sich in gewalt gegen jeden und alles äußert, der dafür vermeintlich verantwortlich gemacht werden kann, streite ich nicht ab. nur hast du dir um das aufzuzeigen ein absolut falsches ereignis ausgesucht und biegst die analyse dann so zusammen, dass es passt. dies nenne ich dann alarmismus, statt kritik.


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