Birmas rote Revolte

—> actions-update: vorschläge aus der blogosphäre (de). #1 dagny, 27.09.2007 22:50 Wie wäre es mit einer mailaktion ans IOC mit dem Aufruf die Spiele abzusagen? (oder zumindest zu boykotieren?).
#2 Kundgebung vor der chinesischen Botschaft in Berlin. Birma-Solidaritätsgruppen aus Deutschland . Zeit: Samstag, 29. September, 12.00 Uhr. Ort: Jannowitzbrücke vor der chinesischen Botschaft (Berlin-Mitte, S/U-Jannowitzbrücke). Solidaritätsbekundungen an: birmasoli [at] hotmail [dot] de (…)
#3 Red Shirt Day für Burma via sprechblase
#4 Solidarität mit den friedlichen Protesten in Burma! Keine Gewalt!. Die Demonstration in Köln beginnt am 29.09.2007 um 14.00 Uhr am Heumarkt und endet mit einem Friedensgebet am Kölner Dom. via FdoG
#5 Demonstration am Montag 01.10.2007 in Berlin – Aktionsgruppe Burma Berlin
Ort und zeit: Botschaft von Myanmar, 14195 Berlin, Thieallee 19 um 13.30 Uhr, Demo vom Wittenbergplatz zur Gedächtniskirche Beginn 15.00 und Kundgebung an der Gedächtniskirche ab ca. 15.30 Uhr, Kontakt Ye Myint Ye_Myint@t-online.de. via Support the Monks‘ protest in Burma auf facebook via corporate engagement
#6 Action: Burma VI.
hier das freeburma-wiki. Beides via Basic Thinking
#7 Standing up for Burma : On Thursday, October 4th, we’ll be shutting down our website and directing everyone to the Free Burma page. By Mideast-Youth
#8 Hack/Defacement
via basicthinking
#09 Protests in Hamburg in support of the Saffron Revolution: During September and October 2007 the Hamburg based Burmese community – Burma Action Group Hamburg – staged demonstration in front of the Chinese Consulate General on 2. October. Mehr bei imc ….

Die farbliche Metaphorik der Headline hat schon etwas ironisches im Gepäck: Es sind natürlich nicht die Volksbefreier von der längst ruinierten Rotfront im Geiste von Karl Marx gemeint, sondern buddhistische Mönche in ihrer roten Tracht, die nicht gerade stellvertretend für eine moderne Gesellschaftsordnung bekannt sind. Diese Mönche stehen nun dem Militär der sozialistischen Terrorjunta in vorderster Front gegenüber, sie fordern Dialog und Teilhabe an der volkswirtschaftlichen Wohlfahrt , die seit Jahrzehnten nur in den Militärapparat gesteckt wurde – kurz gesagt: her mit der Demokratie ! Die Gewehrläufe sind schon auf sie gerichtet, in der Presse wird von einem moralischen Krieg gesprochen, den die Diktatur schon lange verloren hat . Dem Regime in Myanmar ist es offensichtlich nicht mehr gelungen, den buddhistischen Klerus voll und ganz hinter sich zu versammeln. Anders ausgedrückt: Der Klerus ist in seiner Loyalität zur Militärdiktatur mindestens gespalten. Die Hintergründe dieser Entwicklung sind derzeit nur blass recherchierbar, aus Europa arbeiten einige Exilantengruppen an einer Ergänzung des übersichtlichen Berichtungsstandes über die lokalen Entwicklungen. Auffällig ist allerdings eins: In totalitären Miltärdiktaturen gibt es keine liberale Opposition, es sei denn, sie wird erkänpft. Ob die roten Mönche und die rosa Nonnen eine Liberalisierung erreichen können, ist völlig unzweifelhaft: Neben der heutigen Miltätdiktatur verblasst selbst ein lamaistischer Gottesstaat.

Wie es ausschaut, verlantgen die Mönche und auch ein grosser Teil der mutigen Bevölkerung Reformen auf friedlichem Wege und dazu ist ein Dialog mit den Machthabern eine Grundvoraussetzung – Miltärdiktaturen haben leider die Eigenart, keine Gesprächspartner neben sich dulden zu wollen. Welchen style die Oppositionsgruppen an den Tag legen, ist ganz alleine deren Sache: Gandhi, massenhafter ziviler Ungehorsam oder Strassen-Riots, das kann nur vor Ort entschieden werden. Man muss sich eben entschieden aufdrängen, da helfen keine Gebete. Die Erfahrungen der letzten blutig niedergeschlagenen Aufstände und die aktuellen Anzeichen für eine Wiederholung dieser Massaker signalisieren die absolute Isolierung Birmas vom Rest der Welt – update: Die Ermordung des japanischen Journalisten bringt etwas Bewegung in die Agonie der behenden Untätigkeit. Man könnte auch von einer alleinigen Kolonie Chinas sprechen, dessen Machtelite hat ja den Miitärs in Rangun freie Fahrt für alle Massnahmen signalisiert. Hier wäre ein Ansatzpunkt für die Öffentlichkeit und die Diplomatie, in New York ist den Machthabern in China schon ein zaghaftes Signal gessetzt worden, dessen Verstärkung von anderen Orgas übernommen werden könnte. (Link Pressespiegel eurotopics)
Ich halte es für einen schweren Skandal, dass China die Olympiade ausrichten wird, während in seinen Kolonien Mönche und die sonstige Bevölkerung tausendfach abgeschlachtet werden. Welche Strömungen in Deutschland diesen Kampf unterstützen würden, bleibt eine spannende Frage. Die Linke wird sich in stiller Solidarität mit dem Sozialismus mit dem Ruf nach der UNO begnügen – er alleine ist völlig nutzlos, was jeder weiss oder sie wittert in ihren radikalen Rudimenten gar den westlichen Imperialismus am Werke. Ob Angie ihre kritische Haltung gegenüber China in die Waagschale wirft, ist möglich. Und die Wirtschaft wird mit moralischen Erwägungen zurückhaltend sein, solange das teilnehmende Schweigen, ähnlich wie das zu Darfur praktiziert wird, den europäischen Geist repräsentiert.

references:
Burma: the “nuclear bomb” of Internet repression
von Benny Peiser
BURMA: Deutschland unterstützt die Junta
Irgendwann kriegen wir Euch doch !
Burmas Junta versucht den Aufstand niederzuschlagen
Burma Needs the World’s Help
Zu Burma von Che’s Warlog
netzpolitk.de , Birma-Dossiers
For those about to walk, we salute you!
Blogger für Burma (Unterstützungsaktion mit grosser Linksammlung + Bilderserie)
burma-freaks: max & bert

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