Strassenpunks in Freiburg

Punk als Attitude, Punk als Assl-Lebensstil, als Anti-Alles-Haltung oder nur als vorübergehende, jugendliche Phase sind Gemeinplätze in der Debatte über diese Bewegung. Der Freiburger Punk Mitch, 44 und seit 2002 Pächter des Walfischs, berichtet seine Beobachtungen als Kneipenbetreiber und der Autor des Fudder-Textes : Punkrock ja. Kaputtniks nein, kommt überhaupt nicht klar mit seinen Konstruktionen – besser gesagt, der Gegenstand wird erst garnicht durchdrungen: Was soll bitte schön skandalös daran sein, wenn Punker schnorren oder Dorfnazis die Fresse polieren, wenn die in ihre Punkerkneipe kommen und Faschomucke vom DJ aufgelegt bekommen wollen? Suchtverhalten und Kriminalität sind sicherlich kritikable Begleiterscheinungen, aber Naziprovokationen wurden von Punks schon immer handfest gelöst, zumindest von der antifaschistischen Mehrheit – da hilft auch keine Polizei. Wer nur seine Iro-Fönfrisur und Punkklamotten ausführen will, könnte da schon Identitätsprobleme bekommen.

3 Comments

  1. Sandra*Little Sistah
    Posted September 3, 2007 at 8:46 am | Permalink

    Go ahead Punk …
    Make my day……
    Nee aber mal im ernst. Punk ist inzwischen nicht mehr gleich punk! Leider
    Ich trauer meiner Punkzeit auch ein wenig nach.Waren aber auch ganz andere zeiten ..Damals….
    Innerlich bin ich jedoch ein klein wenig Punk geblieben (zumindest was die mukke angeht), aber blos keene toten hosen oder son „schrott“. das sind auch nur noch bessere popper geworden. Die ersten beiden alben waren ja noch Punk aber alles danach war nur noch pop gesülze. damals .. als Punk noch aus England kam und rotzig, schnell und laut war…..
    Schön war die zeit *säufz*

    Gruß Little Sistah

  2. Posted September 3, 2007 at 8:15 pm | Permalink

    huhu😉
    den new-way dieser stilrichtung hat unser brüderchen als erster erkannt, ich habe mich dieser bewegung immer nur zeitweise nähern wollen. es waren mehr die konzerte, gelegentlich auf politischen events (meist gegen die nasen) und dem saufkult konnte ich nur selten etwas positives abgewinnen. die letzte intensivere begegnung mit der szenerie hatte ich vor zwei jahren auf der party für „plastic-bomb-micha“ – er wurde 40 jahre alt – in nrw. hier in berlin kann ich der punkszene nichts mehr abgewinnen, bin wohl auch zu alt für solche soziokulturellen experimente.
    ob früher alles besser war, kann ich nicht sagen. ich war aber bestimmt ein anderer und wenn ich heute 40 oder 50 jährige punks sehe, befällt mich immer eine abgeschwächte form von fremdscham, ausser bei wattie von exploited oder bei wölfi von den kassierern, die machen da irgendwie etwas ganz anderes draus.

  3. Posted November 10, 2007 at 1:50 pm | Permalink

    Juchu!
    also ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe eine zeitlang in Freiburg gewohnt, die Straßenszene dort ist wirklich ein Härtefall. Ich kannte mich in Freiburg nicht aus und bin natürlich prompt an die falschen Punkrockers geraten. Eigentlich wollte ich arbeiten gehen und endlich ein eigenes Leben haben. Im Crash lernte ich einen sehr netten Straßenpunk kennen, dachte ich. Als ich dann eine Wohnung hatte lud ich ihn zu mir ein, wir kannten uns schon ein halbes Jahr aus dem Crash und er war immer sehr nett. Einmal in der Wohnung, immer in der Bude, ich wurde ihn nicht mehr los und er wurde immer assozialer. Die Bullen haben ihn aus meiner Wohnung geholt, nachdem er mich krankenhausreif geschlagen hat, weil ich meinen Wunsch, dass er auszieht, endlich durchsetzen wollte. Seitdem traue ich mich nicht mehr nach Freiburg. Dabei würde ich gerne mal wieder Käsespätzle im Walfisch essen. Dort war es immer sehr nett und so kenne ich Punkrock auch, obwohl ich erst 26 bin. Diese Asslszene etabliert sich hier aber auch immer mehr.


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