Ein einseitiges Verständnis von Totalitarismus …

ist dem Förderverein der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen schon vorzuwerfen. Wie aus ehemaligen Funktionären für das Naziregime Opfer der SED-Diktatur werden.
Die Berliner Abendschau meldet heute:
Streit um Preis zur DDR-Geschichtsaufarbeitung
Ein neuer Preis zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte sorgt noch vor seiner ersten Vergabe für Streit. Er wurde vom Förderverein der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ausgeschrieben und ist nach dem Anwalt Walter Linse benannt. Linse wurde 1952 vom DDR-Staatssicherheitsdienst entführt und später in Moskau hingerichtet.
Der Berliner Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Martin Gutzeit, wies jetzt auf eine andere Seite der Lebensgeschichte Linses hin, die er als „problematisch“ bezeichnete. Nach neuesten Forschungserkenntnissen sei der Jurist während der NS-Diktatur in Chemnitz „Arisierungsbeauftragter“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) gewesen und damit zuständig für die Enteignung verfolgter jüdischer Mitbürger.
Gutzeit forderte den Förderverein deshalb auf, die Ausschreibung des Preises „umgehend zurückzunehmen“. Die Auslobung könne zum „größtmöglichen Schadensfall“ werden.
Der Vorsitzende des Fördervereins, Jörg Kürschner, sagte am Samstag der Deutschen Presse-Agentur dpa, der Verein habe vor Auslobung des Preises von diesem Punkt in der Vergangenheit Linses gewusst. Andererseits hätten die Forschungen auch ergeben, dass Linse den Einsprüchen enteigneter Juden stattgegeben habe.
Zudem habe Linse mindestens einem verfolgten Juden in Chemnitz das Leben gerettet. „Den Preis jetzt einfach anders zu nennen, würde mit Sicherheit der Biografie Linses nicht gerecht“, sagte Kürschner. Der Förderverein werde sich im August mit dem Sachverhalt beschäftigen und entscheiden. Stand: 21.07.2007 14:43

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