Iran: Sprit rationiert,wütende Proteste

reuters meldet: […] Mindestens zwei Tankstellen wurden in Brand gesteckt, nachdem die Regierung angeordnet hatte, dass pro Monat nur noch maximal 100 Liter Sprit abgegeben werden dürfen. Die Nachrichtenagentur Fars berichtete am Mittwoch sogar von Brandstiftungen in zwölf Tankstellen, doch wurden von unabhängigen Quellen nur zwei Brände bestätigt. […] Mit der Rationierung von Benzin will die Führung in Teheran Folgen einer möglichen Verschärfung von UN-Sanktionen wegen seines umstrittenen Atomprogramms vorbeugen. Trotz ihrer riesigen Energiereserven fehlen der Islamischen Republik Raffinerie-Kapazitäten, so dass das Land 40 Prozent seines Spritbedarfs einführen muss. Um den Konsum und die Importe zu drosseln, erhöhte die Regierung den Literpreis im Mai um 25 Prozent auf umgerechnet acht Euro-Cent. Dennoch gehört der iranische Treibstoff zu den billigsten weltweit.

chavez+ahmadinedjadDIE ZEIT rekuriert mehr auf den iranischen Staat als ideellen volkspädagogischen Sparkommissar: […] Im Kampf gegen die Energieverschwendung hatte die Regierung bereits die sogenannte „Smart Card“ eingeführt, einen staatlichen Benzincoupon, über den allein der Treibstoff in Iran erhältlich ist. Auch das Benzin für Behördenfahrzeuge war zu Beginn des Monats bereits auf 300 Liter rationiert worden.

In der Süddeutschen wird berichtet: […] „Ahmadinedschad sollte man töten“: Augenzeugen berichteten, in einem ärmeren Viertel Teherans hätten am Dienstagabend verärgerte Jugendliche eine Tankstelle angezündet. Fahrzeuge hätten gebrannt und Steine seien geworfen worden. Die Jugendliche hätten Parolen wie „Waffen, Feuerwerk, Panzer – (Präsident Machmud) Ahmadinedschad sollte man töten“ skandiert. […] Obwohl der Iran als führendes OPEC-Mitglied täglich rund 4,2 Millionen Barrell Rohöl fördert, muss das Land im Jahr bis zu sechs Milliarden Euro für den Import von Kraftstoffen ausgeben. Anfang des Monats war bereits das Benzin für Behördenfahrzeuge auf monatlich 300 Liter rationiert worden.

Und Paul13 von FdoG fasst die Lage so zusammen: Wer den Spruch “Wenn die Sozialisten in der Wüste die Macht übernehmen, wird der Sand knapp” nur auf Chavez, Mugabe und Genossen anwendet, tut ihnen bitter unrecht. Islamisten können das nämlich genauso gut und Ranger kommentiert dort: […] Iran betreibt also keine Rationierung, sondern eigentlich Subventionsabbbau.

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Harry’s Place 

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  1. […] ist. Macht nichts, das geht > > vielen anderen genauso. > > Was ist denn abgegangen? Erklärs doch mal den vielen anderen und mir! Lesen bildet. Finde es selbst heraus, ich bin nicht dein Lehrer. > […]

  2. […] Es bleibt daher abzuwarten, wie genau Chavez es mit seiner Solidarität nimmt. So sind gerade die wirtschaftlichen Beziehungen Venezuelas mit dem Iran ein wichtiger Eckpfeiler im iranischen Atomprogramm. Schließlich besitzt Venezuela – als ein erfolgreicher Erdöl-Exporteur und Kraftstoff-Produzent – das nötige Wissen und Know-how, um den maroden Energiesektor des Irans zu modernisieren. Denn solange immer noch 40 % des iranischen Energiebedarfs durch das Ausland gedeckt werden müssen, bedeutet dies eine empfindliche Stelle im iranischen Streben nach der Atombombe. Als im Sommer 2007 der Sprit im Iran knapp wurde, zeigte sich, in welcher Instabilität sich das Land und damit die Macht der Mullahs befindet [Link]. […]

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