Mein Bauch gehört mir!

Berlin-Kreuzberg

FDP X-Berg Burger Juni 2007Die JuLis luden heute ein: Burger für Bürger

FDP-Spitzenkandidat Martin Lindner hat sich in die Debatte um die Eröffnung einer McDonald-Filiale in Kreuzberg eingeschaltet. Demonstrativ warb er vor Ort mit kostenlosen Hamburgern für die amerikanische Kette. „Es geht um die Freiheit“, verteidigte Lindner die Aktion, bei der er auch auf linke und feministische Slogans aus den 70ern zurückgriff. Anwohner des Wrangel-Kiez hatten sich gegen die Niederlassung der Imbiss-Kette ausgesprochen. Am Donnerstagabend lädt die FDP zur Debatte zum Thema ein. Eine nicht ganz ernst gemeinte Betrachtung …. Abendschau vom 07.06.2007

Gegendarstellung von von Franziska Schubert

Zunächst einmal müssen Aussagen des Berichts richtig gestellt werden, denn die Publizierung von falschen Informationen ist doch für jedes Medium eine peinliche Vorstellung. Bei der besagten Aktion wurden genau 150 Ham- bzw. Cheeseburger und 20 Salate innerhalb kürzester Zeit verteilt. Wir haben von vielen Schülern ein durchweg postives Echo erhalten. Häufig wurde von den Schülern kritisiert, warum Herr Ströbele sich um solch eine Lapalie kümmert und die wahren Probleme des Bezirks überhaupt nicht wahrnimmt.
Von feministischen und altlinken Parolen kann keine Rede sein. Denn der Leitspruch der Aktion hieß “Freie Burger für freie Bürger”. Wenn das keine liberaler Spruch ist, dann weiß ich es auch nicht. Eine weitere Parole hieß “Schluss mit der Ernährunsdiktatur” und gibt damit mitnichten altlinke oder feministsiche Parolen wieder. Uns ging es darum auf die Wahlfreieheit auch in kulinarischen Aspekten aufmerksam zu machen. Der mündige Burger darf immer noch selbst entscheiden, was er gern essen möchte und die Politik, allen voran Herr Ströbele, sollte sich hüten Speisekarten aufzudiktieren. In seinem so freiheitsliebeden Stadtteil wie Kreuzberg kann es doch nur im Sinne der Bewohner sein die Freiheitsrechte des Bürgers zu verteidigen. Denn die Bürger sind auch diejenigen, die entscheiden, ob sie einen McDonalds haben wollen oder nicht, indem sie ihn besuchen oder gerade meiden. Warum dann eigentlich solch eine künstliche Aufregeung? Es lohnt eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Aktion, in der man die bekannten Vorurteile gegen die FDP/ Junge Liberale der Objektivität halber einfach mal ausblenden müsste, sodass man vielleicht mit ein bisschen Schrecken feststellt, dass man für das gleiche Prinzip einsteht: Wahlfreiheit!

Stellungnahme der Jungen Liberalen Friedrichshain/Kreuzberg/Neukölln:

Freie Burger für freie Bürger

Zur heute stattgefundenen Aktion der Jungen Liberalen FKN vor der zu bauenden McDonalds-Filiale zusammen mit Dr. Martin Lindner, Fraktionsvorsitzender der FDP im AGH, erklärt Nadja Konersmann, stv. Bezirksvorsitzende:

Die Jungen Liberalen finden es außerordentlich erstaunlich, dass Mr. „Gib den Hanf frei“, Hans Christian Ströbele persönlich, sich so deutlich gegen den Konsum von Burgern ausspricht. So ist doch der Konsum von Cannabis, Marihuana und Hanf aus Sicht der Jungen Liberalen weitaus gesundheitsschädigender und macht zudem süchtig.

Die Jungen Liberalen stellen auch fest, dass gerade im Wrangel-Kiez ausreichend Möglichkeiten zum Essen vorhanden sind.
Aus diesem Grund kann der mündige, eigenverantwortliche Bürger – und dazu zählen die Jungen Liberalen selbstverständlich auch die Schüler des dortigen Oberstufenzentrums – selbst darüber entscheiden, wo und was er essen möchte.

Wir fordern freie Burger für freie Bürger. Die Menschen können und müssen selber entscheiden, was sie zu sich nehmen wollen und was nicht. Gesunde Ernährung lässt sich nicht diktieren, wohl aber erlernen. Wir setzen der Ernährungsdiktatur von Ströbele und Co. daher verbesserte Aufklärung entgegen. Die Regierung kann den Menschen nicht vorschreiben, was auf ihre Teller kommt. Die Jungen Liberalen Berlin sprechen sich somit ausdrücklich dafür aus, dass keine Speisekarte aufdiktiert werden darf.

Die Jungen Liberalen fordern zudem, doch bitte nicht kleingeistig sämtliche Globalisierungsprobleme, z.B. die Rodung der Regenwälder und den Aspekt des Fair Trade, auf ein einziges neu zu eröffnendes Fast Food Restaurant abzuwälzen.

Zusätzlich machen die Jungen Liberalen darauf aufmerksam, dass das von Hans- Christian Ströbele so verteufelte Amerika mit seiner Fast Food-Kette Bestandteil der im Wrangel-Kiez bestehenden kulturellen Vielfalt ist und somit mit in den Kiez gehört.

Die Jungen Liberalen sind nicht zuletzt der Meinung, dass mit der neuen Filiale der Fast Food Kette McDonald’s mehr Wettbewerb in den dortigen Markt der Restaurants und kleinen Imbisse hinein kommt. Diesen freien Wettbewerb in Form von freien und rechtlich einwandfreien Markteintritten darf nach Meinung der Jungen Liberalen keinem Marktteilnehmer durch staatliche Bevormundung genommen werden.

PS1: drei monate später und der antiimperialistische strassenkampf folgt im so36 auf dem fusse: Zettels Meckerecke: „Der Kampf ist noch nicht zu Ende“  und „Zitat des Tages“

update: Paris Hilton muss zurück ins Gefängnis. Nur einen Tag nach ihrer vorzeitigen Entlassung schickte Richter Michael Sauer die 26-Jährige zurück in ihre Zelle.

Paris Hilton ist wieder frei, sie muss jedoch für die nächsten 40 Tage daheim bleiben und zur Überwachung eine elektronische Fußfessel tragen. Hiltons Tante Kyle Richards hatte dem Internetdienst „E!Online“ vor der Freilassung erklärt, dass es ihrer Nichte nachts zu laut und zu hell und außerdem zu langweilig sei. mehr im tagesspiegel

2 Comments

  1. Posted Juni 8, 2007 at 5:21 pm | Permalink

    Zunächst einmal müssen Aussagen des Berichts richtig gestellt werden, denn die Publizierung von falschen Informationen ist doch für jedes Medium eine peinliche Vorstellung. Bei der besagten Aktion wurden genau 150 Ham- bzw. Cheeseburger und 20 Salate innerhalb kürzester Zeit verteilt. Wir haben von vielen Schülern ein durchweg postives Echo erhalten. Häufig wurde von den Schülern kritisiert, warum Herr Ströbele sich um solch eine Lapalie kümmert und die wahren Probleme des Bezirks überhaupt nicht wahrnimmt.
    Von feministischen und altlinken Parolen kann keine Rede sein. Denn der Leitspruch der Aktion hieß “Freie Burger für freie Bürger”. Wenn das keine liberaler Spruch ist, dann weiß ich es auch nicht. Eine weitere Parole hieß “Schluss mit der Ernährunsdiktatur” und gibt damit mitnichten altlinke oder feministsiche Parolen wieder. Uns ging es darum auf die Wahlfreieheit auch in kulinarischen Aspekten aufmerksam zu machen. Der mündige Burger darf immer noch selbst entscheiden, was er gern essen möchte und die Politik, allen voran Herr Ströbele, sollte sich hüten Speisekarten aufzudiktieren. In seinem so freiheitsliebeden Stadtteil wie Kreuzberg kann es doch nur im Sinne der Bewohner sein die Freiheitsrechte des Bürgers zu verteidigen. Denn die Bürger sind auch diejenigen, die entscheiden, ob sie einen McDonalds haben wollen oder nicht, indem sie ihn besuchen oder gerade meiden. Warum dann eigentlich solch eine künstliche Aufregeung? Es lohnt eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Aktion, in der man die bekannten Vorurteile gegen die FDP/ Junge Liberale der Objektivität halber einfach mal ausblenden müsste, sodass man vielleicht mit ein bisschen Schrecken feststellt, dass man für das gleiche Prinzip einsteht: Wahlfreiheit!

  2. Posted Juni 9, 2007 at 12:32 am | Permalink

    Liebe Franziska,
    herzlichen Dank für die genauere Beschreibung der JuLi-Aktion pro-MacDonald in Kreuzberg,jenem Berliner Bezirk,für den Multikulti an der ethnischen Selbstbeschränkung seiner majoritären Einwohner bemessen wird und der Antiamerikanismus und Antiimperialismus in den letzten 30 Jahren wahre Siegeszüge feiern konnte: Zunächst unter dem roten Sternbanner,dann kam der Halbmond mit den 3 Sternen und heute ist Bin-Laden der Kiezheld – ein neuer Georg von Rauch im Kreuzberg-Friedrichshain des 21. Jahrhunderts.
    In solch einem Sumpfbiotop des ideologischen Tugendterrors eine liberale Kundgebung durchzuführen, war sicherlich längst überfällig. Die „satirische“ Aufarbeitung durch die Abendschau des RBB hat den Kern der Veranstaltung eher vernebelt,das ist wohl wahr. Die § 218-Analogie in der Headline auch dieses Beitrags halte ich aber nicht für eine Beeintrachtigung oder Herabwürdigung eurer Kampa,sondern ganz im Gegenteil: Kämpferische JuLis mit der Verve der „Emanzen“ der 70iger wären garnicht übel aufgestellt in der heutigen Zeit.
    Ich bin für weitere, liberale Störungen des antiimperialistischen Betriebsfriedens im SO-36 jederzeit dankbar😉
    PS: Ich habe mich übrigens schon vor genau 10 Jahren endgültig aus X-Berg verabschiedet.


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