No Global Frühling 2007

Die Sonnenstrahlen trauen sich wieder länger hervor und die radikalen Widerständler von links und rechts bitten zum Frühlingsstelldichein in die urbane Natur. In Berlin ist das seit den 80igern der zunehmend widerwärtig geführte revolutionäre 1. Mai in Kreuzberg – den sich auch zunehmend die Nazis als Symbol des dt. Arbeitsethos zurückerobern möchten, immerhin hat ihr GröFaZ den Tag der Arbeit erfunden. Die politisch radikalen Ränder haben in einer Art ideologischer Querfrontstrategie mit den Islamisten an einem einheitlichen Feindbild gearbeitet, das sein parlamentarisches Sprachrohr in der PDS und NPD widerfindet. Antiimperialismus, Antisemitismus , Pauperismus und Globalisierungskritik werden auch in Heiligendamm zum G8-Gipfel eine ideologische Melange darbieten, die der Demokratie eine klare Absage erteilen wollen. Ihre Vorbilder sind Hugo Chavez, Fidel Castro und der Präsident des iranischen Mullahregimes Ahmadinedjad, allesamt werden als nationalistische Trutzburgen idealistisch überhöht gegen das Böse aus Washington und Tel Aviv oder Jerusalem wahrgenommen, denen Solidarität bis hin zur Bewunderung entgegen gebracht werden. Schlichte Welterklärungen treffen bei schlichten Gemütern auf besonders grosse Gegenliebe.

Spätestens an diesem Punkt muss jedem Anhänger der No-Globals klar sein, wohin die Pilgerreise geht: Philipp Lenhard hat in seinem Artikel „ Äquivalenzprinzip, Almosen, Antisemitismus-Venezuelas Petro-„Sozialismus des 21. Jahrhunderts““ eine geharnischte Kritik am Chavez-Kult abgeliefert, nicht ohne die geistigen Beratungswurzeln aus dem 68iger Dunstkreis zu benennen. Zum Berliner 1. Mai gibt es in der Printversion der Bahamas 52 einen Artikel von Jan Gerber: Aufstand der Arschlöcher. Er blickt unversöhnlich-zornig auf 20 Jahre 1. Mai-Revolten im Multi-Kulti-Bezirk zurück.

Es gibt aber einen Ausweg, ein literarisches Antidot:

„Wer Jean Baudrillard, Che Guevara, Günter Grass, Jürgen Habermas und Michael Moore als große Geister, unerschrockene Aufklärer oder als Freiheitskämpfer verehrt,die USA, Israel, die Marktwirtschaft, Hamburger, Frontalunterricht, Leistungsdruck, Cowboys (vor allem natürlich den Yale-Absolventen George W. Bush) für des Teufels hält und (vorzugsweise deutsche) Touristen als Spießer verachtet, wird bei der Lektüre dieses Buches zumindest eine Bluthochdruckkrise oder den Ausbruch einer Nesselsucht erleiden und die vier Autoren (Joffe, Miersch,Maxeiner und Broder) der Häme, des Hasses und - somit - der Rechtsradikalität zeihen. Der Widerstand gegen Hitler nimmt bekanntlich von Jahr zu Jahr zu.“ Von W. Bogner

references:
Vier böse Buben
von anaximander
Bahamas 52 in Wehrmacht 42
von cliff cosmos

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