Familienrecht in der Praxis: Kindesentzug

Carriere Kreuzigung 4Etwas stimmt nicht in diesem Land mit der Rechtsausübung in Familiensachen. Erst letztes Jahr hat ein prominenter Schauspieler mit einer spektakulären Kreuzigung versucht, Öffentlichkeit für die ausweglose Situation von Vätern ohne Umgangrecht für ihre Kinder herzustellen.

Vor ein paar Tagen wurde eine angenommene schariatische Praxis von einer Frankfurter Familienrichterin als begründete Einwendung gegen eine Turbo-Scheidung von einem Prügelgatten akzeptiert und gestern muss ich lesen – ich hoffe, das ist kein Aprilscherz :

Bernhard wurde das Kind entzogen,weil der einen genetischen Defekt (der irgendwann zu Chorea Huntington führen wird) in sich trägt. Die Einlegung von Rechtsmitteln zieht bekanntlich einen unabsehbaren Nervenkrieg nach sich, besser wäre eine einvernehmliche Einigung, weil: Am Schluss gewinnen nur die Anwälte.

Diese drei zufällig ausgewählten Beispiele sprechen nicht für eine moderne Rechtspflege in dieser Gesellschaft, hier wird schmerzhaft Macht auf Menschen – Eheleute, Unverheiratete und deren Kinder ausgeübt. Das ist nur zum kotzen.

2 Comments

  1. Posted April 11, 2007 at 1:39 am | Permalink

    tut mir leid, wenn ich einmal mehr widersprechen muss: eine bewegung, welche vom ‚holocaust an vaetern‘ schwafelt und dies auf demonstrationen so artikuliert, gehoert in die tonne. es geht in den seltensten faellen um das recht des ‚kindes auf beide eltern‘, wie die sog. vaeterbewegung sich anmasst zu urteilen, sondern wohl eher haeufiger um verletzte maennliche ehrgefuehle, druck auf die ehemalige partnerin, verletzter maennlicher stolz etc.. mag sein, dass der gekreuzigte schauspieler eine ruehmliche ausnahme ist, die vaeterbewegung an sich ist reaktionaer.
    bitte nicht sauer sein, das ist nur meine unbedeutende persoenliche meinung.

  2. Posted April 13, 2007 at 5:17 pm | Permalink

    hallo salty;)
    ich wollte mit dem beitrag nicht unbedingt diese väterbewegung hochjubeln.vielmehr halte ich weite teile der rechtsfindung und – ausübung für kritikabel und habe praktische beispiele für protestformen dargestellt. besonders hat mich der fall von bernhard berührt (sein posting ist leider wieder offline): eine zukünftige erkrankung als juristische begründung für kindesentzug finde ich schon sehr mies.
    deine kritikpunkte an dieser bewegung teile ich natürlich ebenfalls.
    ahoi
    zuppi


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