Berliner Ehrensenf

Im November 2006 wurde Wolf Biermann noch zu seinem 70. Jahrestag befeiert . Natürlich nicht in der Bundeshauptstadt, sondern in Hamburg, dem Altersruhesitz des Künstlers.

Der rot-rote Senat in Berlin schlägt sich wieder mit einer Erbschaft aus der DDR-Vergangenheit herum: Hatte der verflossene PDS-Kultursenator Flierl noch 2006 die StaSi-Schergen ganz offenherzig deren Opfer auf offenen Diskussionveranstaltungen verhöhnen lassen, so hat die Berliner Opposition im Abgeordnetenhaus Wolf Biermann als Ehrenbürger Nummer 115 vorgeschlagen, was den Nachfolgern des SED-Schergenregimes von der Linkspartei überhaupt nicht in den Kram passt. Ein pikantes Detail ist auch der aktuelle Bewohner der Biermann-Wohnung im ehemaligen Ostteil Berlins, in die er 1976 wegen Ausbürgerung nicht zurückkehren durfte: Biermanns ehemalige Wohnung in der Chausseestraße 131 wird von Hanno Harnisch, einst Pressesprecher der PDS, nun Feuilletonchef der Tageszeitung Neues Deutschland, bewohnt. Ein Mann mit symbolträchtiger Entscheidungsfindung für seine Wahl des Wohnortes: Der Osten wird weiterhin von Renegaten frei gehalten.

Lieber Wolf: Von solchen Polit-Arschlöchern wollte ich nicht einmal eine Konzertkarte für die Philharmoniker geschenkt bekommen. Wozu Du diese Angelegenheit verwendest, überlasse ich gerne der regen Fantasie in dem klugen Kopf, den Du schon so lange Zeit aufrecht auf Deinem Halse trägst. Da nun aber die ex-SED sich schon hoffnungsvoll auf ihren eigenen Augiasgestank verlässt und auf eine Ablehnung der Würde deinerseits spekuliert, sollte es denen nicht zu einfach gemacht werden. Also sollten diese Leute noch eine ganze Weile weiter in der Öffentlichkeit zappeln wie Flundern am Haken. Und was wird nur aus dieser abgehalfterten Berliner SPD ?

references: Regina Mönch meldet sich in der FAZ: Das Schweigen des Klaus Wowereit , Harry Nutt bagatellisiert die Sache in der FR . Rückblick und Randbemerkung zur Chausseestraße 131 von Zettel

2 Comments

  1. sweab
    Posted Januar 17, 2007 at 3:42 am | Permalink

    Nach ewigem Hin und Her wird er es ja nun werden. Ob er die Wohnung per Entschädigungsklage wiederbekommt? Vielleicht räumt besagter ND-Feulletonist auch von selbst das Feld, bevor er sich jedesmal die Ehrentafel am Hauseingang besehen darf…

  2. Posted Januar 17, 2007 at 9:29 pm | Permalink

    hi sweab😉

    diese idee mit dem nervfaktor gedenktafel ist garnicht so übel.

    mach endlich auch mal ein weblog auf,aber zack-zack!!


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