Antiimps, der Mittlere Osten und die ideologische Heimatfront oder: Sind wir nicht alle ein bisschen Liza?

In der Linken wurde die Aufklärung immer wieder missverstanden. Ein jüngeres Lehrstück dieser traurigen Erkenntnis ist die politische Ausrichtung um das Existenzrecht Israels und den Frieden im Mittleren Osten.

In der Marodierung Israels verlässt sich der parlamentarisch ausgerichtete Teil der Linken weitgehend auf die Institutionen EU, UNO und die antiwestlichen Bewegungen in der Region. Die investigativen Eiferer von der Heimatfront machen sich aber auf eigene Faust auf den Weg. So spiegeln sie ein krudes Panoptikum von ideologisch wie praktischen Koalitionen, die es sich in ihrer Gegnerschaft zu Israel regelmässig in der antisemitischen Fahrrinne gemütlich machen, die heute als Antizionismus daherkommt.

Es kommt zu einer wenig emanzipatorischen Verknüpfung der Ideen: Der leninistische Antiimperialismus gegen die USA vermischt sich mit der Volksbefreiungsidee eines Gramsci. Im mittleren Osten kommen mit diesem ideologischen Rüstzeug aber keine linken Kräfte als Platzhalter in Frage, wohl aber islamistische Bewegungen nach dem Muster der Hizbollah. Diese teilen mit den Linken das antiamerikanische Resentiment und die Feindschaft zu Israels.

Ein Vertreter dieser investigativ ausgerichteten Linken ist „Don Qichote The Brain Cain Külbel“, und im Netz sekundiert ihm seit Neuem „Sancho Pansa The Marcel Bartels“ von der jungen Neuen Sozialdemokratie. „Don Qichote“ hat sich auf die Aufklärung der grosssen Verschwörung der USA gegen den Libanon eingeschossen und da wird politisch nicht gekleckert sondern geklotzt. „Liza“ hat im September 2006 auf die krudesten Verwirrungen dieses Menschen hingewiesen und die üblichen Reaktionen von enttarnten Antisemiten auf sich gezogen: Leugnung und Strafverfolgungsdiskurs vermischt mit der Paranoia, ein Opfer des virtuellen Ablegers der jüdischen Weltverschwörung geworden zu sein.

Drei Monate später kommt „Sancho Pansa“ mit ins Bild, der die Verschwörungsgeschichte glauben möchte und mit einem ähnlichen Zungenschlag in die Kerbe schlägt, um auf seinem Blog mit einem Wirbel im Wasserglas für etwas Traffic zu sorgen. Er hat die „Antideutschen“ als das Übel der Bloggermenschheit ausgemacht und besorgt nun das antiimperialistische Geschäft aus seinem sozialdemokratischen Blogting heraus mit Berufung auf seine Vorstellung von Netiquette. Kritik an Antisemiten wird da schon zum strafrechtlichen Tatbestand des Stalking umgedeudet, ganz im Sinne des Wahngebildes des „Don Qichote Cain Külbel“, der sich um so eine verzögerte, bürgerliche Solidartät auch endlich einmal freuen kann – bisher kam die nur aus dem nationalbolschewistischen Hafen der „jungen-welt“ und dem virtuellen „Muslimmarkt“ von der Hizbollahfront.

references:   odenwald-geschichten,causa trossmann     Sind wir nicht alle ein bisschen Liza?   Karate Kids vs. Blogger-RAF Karate Kid Cain Külbel is back     Telegehirn

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