Entwicklungsromane,

oder besser gesagt das Erzählgenre fesselt mich immer wieder, heute z.B. an den Fernsehsessel. Thema: Wie wird eine Abiturientin in einem traditionell sizilianisch geprägten Familiensetting einen lästigen Familienfluch wieder los? Die Rede ist von

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„Das Geheimnis der Alibrandis“ (Looking for Alibrandi)
Spielfilm Australien 1999 Laufzeit: 97 Min.


Die 17-jährige Italo-Australierin Josie hat es wahrlich nicht einfach. Wenn die Tochter sizilianischer Einwanderer nicht gerade zu Hause zwischen den Fronten ihrer strengen, allein erziehenden Mutter und ihrer noch viel strengeren Großmutter Katia steht, muss sie sich in ihrer katholischen Privatschule mit den rassistischen Anfeindungen der reichen, hochnäsigen „Klassenprinzessin“ Carly herumschlagen. In der Liebe läuft es auch nicht viel besser.

In dem cleveren Herumtreiber Jacob hat sie zwar einen durchaus attraktiven Verehrer – aber Josie ist bis über beide Ohren in John verknallt, einen Sohn aus sehr gutem Hause. Leider hat auch die zickige Carly ein Auge auf den melancholischen Politikersohn geworfen. Und als wären das nicht genug Sorgen für einen Sommer, taucht eines Tages auch noch Josies Vater Michael auf, den sie bislang nur aus den giftigen Erzählungen ihrer Großmutter kannte.

Zunächst will das Mädchen nichts mit dem lässig gekleideten Kerl in seinem roten Sportwagen zu tun haben. Sie hält ihn für einen verantwortungslosen Casanova, der einst ihre Mutter sitzen ließ. Mit der Zeit aber stellt sie fest, dass ihr Vater, ein erfolgreicher Rechtsanwalt, ein ziemlich cooler Typ ist, der ihr bei so manchem Problem aus der Patsche helfen kann. Ihre Großmutter sieht es nicht gerne, wenn Josie ihren Vater trifft, doch eines Tages kommt das Mädchen dahinter, welches dunkle Familiengeheimnis Katia dazu getrieben hat, Michael so sehr zu verabscheuen. Durch diese Entdeckung wird Josie, die es gerade geschafft hatte, mit sich selbst und ihrer Herkunft ins Reine zu kommen, erneut gezwungen, ihr Selbstbild in Frage zu stellen.

In einer berührenden Mischung aus Humor, Romantik und Melancholie erzählt „Das Geheimnis der Alibrandis“ von einem Mädchen auf der Suche nach der eigenen Identität. Fernab vom derben Humor amerikanischer High-School-Klamotten nimmt der hervorragend gespielte Film seine Figuren ernst, ohne dabei seine heitere Grundstimmung zu verlieren. Die bekannten Charakterdarsteller Greta Scacchi („Preis des Verlangens“, „Flightplan – Ohne jede Spur“) und Anthony LaPaglia („Lantana“, „Without a Trace- Spurlos verschwunden“) spielen das italienische Elternpaar, das sich nach Jahren der Trennung neu kennen lernen muss. Die Entdeckung des fünffach mit dem Preis des Australischen Filminstitutes ausgezeichneten Films ist gleichwohl die 29-jährige Newcomerin Pia Miranda in der Rolle der schlagfertigen Josie.

Besetzung

  • Christina Alibrandi – Greta Scacchi, Michael Andretti – Anthony LaPaglia, Josephine Alibrandi „Josie“ – Pia Miranda, Katia Alibrandi – Elena Cotta, Jacob Coote – Kick Gurry, Schwester Louise – Kerry Walker, John Barton – Matthew Newton, Sera Conti – Leanne Carlow, Anna Selicic – Diane Viduka, Carly Bishop – Leeanna Walsman, Mr. Barton – Geoff Morrell

Filmcrew:

  • Regie: -Kate Woods, Buch: Melina Marchetta, Kamera: Toby Olive, Musik: Alan John

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