Silvio Meier Gedenkdemo 2006

1992 wurde im Laufe eine Streits Silvio Meier auf dem U-Bahnhof Samariterstrasse von einem Neonazi erstochen. Anfang der 90iger verfügten die Neonazis über eine ätzende Form der Strassenhegemonie von Lichtenberg bis zum Alexanderplatz und es kostete einige Mühe zivilgesellschaftlichen, antifaschistischen Engagements, diese Vorherrschaft zu brechen und den Engagierten dieser Tage ist grosse Anerkennung für ihre Zivilcourage – die Interventionen waren aus verschiednen Gründen nicht immer friedlich – und die Aufrichtigkeit, für zivilgesellschaftliche Werte einzustehen, auszsprechen.Die Antifa in Berlin – ich weiss,nicht alle beteiligen sich – führt seit diesem tragischen Mord jährlich Gedenkkundgebungen und die „Silvio Meier Demo“ am Ort des Geschehens durch, Ziel ist immer das Gedenken an die Tat und der Widerstand gegen die Neonaziszene in Berlin.

Ich selbst habe Demostärken zwischen 500 bis zu 4 000 Leuten erlebt. Der innerlinke Streit um den volkssolidarischen Antiimperialismus zog über die Jahre weitgehend an den Demoteilnehmern vorbei, nicht einmal das fragwürdige Palästinensertuch ist der Demogemeinde auszutreiben – nach erfolglosen Interventionsversuchen gehe ich da z.B. auch nicht mehr hin. Die Schläger von der RIM haben mich allerdings nicht zum Fernbleiben bewogen sondern das den militanten Antizionismus tolerierende Umfeld in dieser Demo.

Im Jahre 2006 scheint die Linke einen Erfolg feiern zu können, die Einrichtung national befreiter Zonen durch militante Kameradschaften in Berlin ist als gescheitert anzusehen, immer mehr ex-Militante finden sich in der Parteireihen der NPD wieder und der SA-Mob wird zunehemend unatraktiver für die nationalsozialistische Strassenkämpferszene – wir reden von unter 100 Aktiven in Berlin.

Heute fand die „Silvio Meier Demo“ unter dem Motto „Wir sind gekommen um zu bleiben. Für eine alternative Jugendkultur wie geplant um 14 Uhr am U-Bahnhof Samariterstraße statt. Die Neonazis haben eine Gegenkundgebung angemeldet. Auf Indymedia wird sicherlich der eine oder andere Beitrag abgesetzt werden. Berichte mit Fotos der Demo 2006 liegen hier und hier.

Hier der Aufruf:

Silvio-Meier-Demo in Berlin– Widerstand gegen Neonazi-Aufmarsch

 

12.11.2006 | Antifaschistische Linke Berlin

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Am Samstag findet in Berlin eine Gedenkdemonstration für den vor 14 Jahren von Neonazis ermordeten Hausbesetzer Silvio Meier statt. Der damals 27-jährige wurde am 21.11.1992 auf dem U-Bahnhof Samariter Straße erstochen.

Der Berliner Naziszene ist die Silvio-Meier-Demo ein Dorn im Auge, weil sie seit Jahren kontinuierlich Nazi-Strukturen aufdeckt. Um die Demonstration zu verhindern haben Nazis einen Aufmarsch angemeldet [Presse-Info]. Der Nazi-Aufmarsch soll um 12 Uhr am S-Bhf. Lichtenberg beginnen.

Auf die Straße gegen Nazis in Lichtenberg und anderswo! Gemeinsam von Friedrichshain in den Weitlingkiez: 14h U-Bhf. Samariter Straße.

  • 25.11.06 Demo 14 Uhr • U-Bahnhof Samariterstraße [*]
  • 25.11.06 Party 22 Uhr • Clash (Gneisenaustr. 2a, U-Mehringdamm)

[*] Zur Demo keine Stahlkappenschuhe und Flaschen mitbringen (Festnahmegrund!)

Die Demo unter dem Motto Wir sind gekommen um zu bleiben. Für eine alternative Jugendkultur beginnt wie geplant um 14 Uhr am U-Bahnhof Samariterstraße und zieht in den Nachbarbezirk Lichtenberg. Der Weitlingkiez ist eine der Hochburgen des Berliner Neonazismus. Mehr Infos auch unter www.silviomeier.tk, Silvio-Meier-Plakate sowie bei der Künstlerin Ute Donner. Bereits am Todestag von Silvio Meier haben Neonazis die Gedenkplatte zerstört, die auf dem Bahnhof Samariterstraße an Silvio Meier erinnert [siehe JW].

references:

meine notiz aus 2005 zum thema.

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